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Nordirland : Krawalle und Gewaltausbrüche

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Einsatzmannschaften der nordirischen Polizei sind am zweiten Abend in Folge in Belfast Opfer von Straßengewalt geworden. Die Polizisten waren im Stadtteil Ardoyne aufgeboten, um eine der Oranier-Paraden der protestantischen Loyalisten zu schützen.

          Einsatzmannschaften der nordirischen Polizei sind am zweiten Abend in Folge in Belfast Opfer von Straßengewalt geworden. Die Polizisten waren im Stadtteil Ardoyne aufgeboten, um eine der Oranier-Paraden der protestantischen Loyalisten zu schützen, deren Route auf einer Geschäftsstraße am Rande eines katholischen Wohnviertel entlangführte. Die Polizisten setzten Wasserwerfer gegen eine randalierende Menge von rund 200 Gewalttätern ein, die ihre Attacke mit Steinen, Flaschen, Feuerwerkskörpern und Brandsätzen ausführte.

          Der Einsatzführer der Polizei sagte, das Ausmaß der Gewalt sei „intensiv“ gewesen. Katholische Anwohner der Gegend hielten wenige Straßen entfernt einen friedlichen Protest gegen die Oranier-Marschierer. Auch in Derry, Armagh und an einigen anderen Orten kam es nach den Oranier-Paraden zu einzelnen Ausschreitungen. In Derry wurden sieben Personen festgenommen; in Belfast gab es nach Angaben der Polizei nur wenige Festnahmen. Es hieß, es würden nun Kameraaufnahmen ausgewertet, um weitere Gewalttäter zu identifizieren. Die Polizei teilte mit, 18 ihrer Einsatzkräfte seien in der Nacht zum Mittwoch verletzt worden.

          Der Belfaster Sinn-Fein-Abgeordnete im Regionalparlament Gerry Kelly rief die Marschierer des Oranier-Ordens auf, ihre Route zu verlegen oder mindestens Gespräche mit Repräsentanten des Ardoyne-Viertels und den Geschäftsleuten an der Crumlin Road zu führen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden.

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