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Libyen : Nato mit weiteren Luftangriffen auf Tripolis

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Die Nato fliegt weiter Luftangriffe auf Ziele in der libyschen Hauptstadt, darunter auch den Stützpunkt Bab al Asisija, wo sich mutmaßlich Machthaber Gaddafi aufhält. Das libysche Staatsfernsehen wurde nach eigenen Angaben ebenso von Raketen getroffen.

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          Die libysche Hauptstadt Tripolis ist am Dienstag von vier Explosionen erschüttert worden. Anwohner sagten, es habe mehrere Luftangriffe der Nato auf den Stützpunkt Bab al-Asisija gegeben, wo Machthaber Muammar al Gaddafi seinen Wohnsitz hat. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Eine Bestätigung von Regierungsseite gab es dafür aber zunächst nicht. Die libyschen Regierungstruppen schossen mit Flugabwehrkanonen. Das libysche Staatsfernsehen wurde nach eigenen Angaben von Raketen getroffen.

          Die Aufständischen berichteten in ihren Internetforen von heftigen Gefechten rund um die Stadt Misrata. In der Stadt Sirte wurden ihren Angaben zufolge drei Soldaten wegen Befehlsverweigerung exekutiert.

          Russischer Vertreter in Benghasi

          Gut drei Monate nach Beginn des Aufstandes in Libyen hat Russland erstmals einen offiziellen Vertreter zu den Rebellen im Osten des Landes entsandt. Der Sondergesandte des Kreml, Michail Margelow, traf am Dienstag in der Rebellenhochburg Benghasi ein, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

          Er sei nach Libyen gekommen, „um den Dialog zwischen den beiden Lagern zu erleichtern“, sagte Margelow. Russland sei in einer „einzigartigen Position“, weil das Land anders als die Beteiligten der Nato-Koalition weiter über eine Botschaft in Tripolis unterhalte.

          Der Afrika-Beauftragte des Kreml sagte zu seinen weiteren Reiseplänen, er werde erst in die ägyptische Hauptstadt Kairo reisen und sei geneigt, sich später auch nach Tripolis zu begeben. In Benghasi sollte Margelow am Dienstag den Präsidenten des Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdel Dschalil, sowie weitere Vertreter der Aufständischen treffen.

          Russlands Präsident Dmitri Medwedjew hatte beim G-8-Gipfel im französischen Deauville Ende Mai angeboten, dass sein Land im Libyen-Konflikt vermitteln könne. Moskau fordert zwar auch einen Rückzugs Gaddafis, zugleich wirft der Nato aber vor, das UN-Mandat zu überschreiten, unter dem in Libyen sie Kampfeinsätze zum Schutz von Zivilisten fliegt. Russland hatte sich bei der Verabschiedung der Resolution für das Mandat im UN-Sicherheitsrat enthalten.

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