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Iran : Explosion während Ahmadineschad-Besuch

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Während eines Besuchs des iranischen Präsidenten in einer Öl-Raffinerie in Abadan ist es zu einer Explosion gekommen. Es soll zuvor „versehentlich Gas ausgetreten“ sein. Es gab Tote und Verletzte. Ahmadineschad blieb unversehrt.

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          Ein Besuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad in der größten Raffinerie des Landes ist von einer tödlichen Explosion überschattet worden. Wegen eines „versehentlichen Austritts von Gas“ sei es in der Raffinerie von Abadan in einer gerade vom Präsidenten eröffneten Anlage zur Produktion von Benzin zu einer Explosion gekommen, sagte der Präfekt von Abadan, Hamid Ghanati. Ein Mensch sei getötet, 25 seien verletzt worden. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtet von zwei Toten und zwölf Verletzten.

          Als die Medien über die Explosion berichteten, hielt der Präsident gerade eine live im Fernsehen übertragene Rede. Weder die Rede noch der Rest des Besuch in der im südwestiranischen Abadan gelegenen Raffinerie wurden demnach direkt durch die Explosion beeinträchtigt. Ahmadineschad sei gegen Mittag nach Teheran zurückgekehrt, nachdem er die Verlegung der Verletzten in Krankenhäuser der Hauptstadt angeordnet habe, berichteten die iranischen Medien.

          Zwischenfälle bei Tests

          Mehrere Verletzte hätten giftige Dämpfe eingeatmet, die bei einem durch die Explosion ausgelösten Feuer freigesetzt worden seien, hieß es weiter. Der Abgeordnete von Abadan, Ali Mussawi Dschorf, sagte der Nachrichtenagentur Fars, es habe bereits vor zwei Tagen bei Tests in der nun eingeweihten Anlage ein Feuer gegeben. Er habe daher die Behörden vor der Gefahr eines Zwischenfalls während des Besuchs des Präsidenten gewarnt. Die Raffinerie sei für eine Inbetriebnahme noch nicht bereit gewesen.

          Irans Präsident Ahmadineschad

          Der Vorfall fällt mitten in einen Streit des Präsidenten mit dem Parlament um die Besetzung des strategisch wichtigen Ölministeriums. Nachdem Ahmadineschad am Sonntag trotz eines Vetos des Wächterrats darauf beharrt hatte, selbst vorübergehend das Amt des Ölministers auszuüben, drang Parlamentspräsident Ali Laridschani am Dienstag daruf, rasch einen anderen Kandidaten für die Führung des Ministeriums zu benennen. (Siehe auch: Mahmud Ahmadineschad: Der unheimliche Präsident)

          In der Provinz Chusistan, in der die Raffinerie von Abadan gelegen ist, gibt es nach offiziell nicht bestätigten Berichten immer wieder Anschläge auf Erdöleinrichtungen. In der mehrheitlich arabischen Provinz, die an den Irak grenzt, befindet sich der Großteil der iranischen Ölvorkommen. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden im April bei Demonstrationen in der Provinzhauptstadt Ahwas mehrere Dutzend Menschen getötet.

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