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Elfenbeinküste : Ouattara verlangt Aufhebung der EU-Sanktionen

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, hat die EU aufgefordert, die Sanktionen gegen das Land aufzuheben. Sein Widersacher Gbabo verschanzt sich derweil immer noch mit einer kleinen Gruppe von Anhängern in Abidjan.

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          Der international anerkannte Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, hat die Europäische Union (EU) aufgefordert, die Sanktionen gegen das Land aufzuheben und damit eine Normalisierung des Wirtschaftslebens zu fördern. Ein Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton bestätigte am Freitag ein entsprechendes Gesuch Ouattaras. Nach seinen Worten prüft die EU eine „rasche Aufhebung“ der Wirtschaftssanktionen. Konkret geht es dabei um die Wiedereröffnung der Häfen von Abidjan und San Pedro und die Aufhebung von Handelsbeschränkungen für Kakao. Die Elfenbeinküste ist der größte Kakaoproduzent der Welt. Die EU hatte umfangreiche Sanktionen gegen das Land verhängt, als sich Machthaber Laurent Gbagbo weigerte, von seinem Amt zurückzutreten.

          Ouattara hatte sich am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung gewandt und eine schnelle Normalisierung der Situation insbesondere in Abidjan in Aussicht gestellt. Die Millionenstadt ist seit mehr als einer Woche Schauplatz blutiger Kämpfe zwischen den Truppen Ouattaras und denen seines Widersachers Laurent Gbagbo. Beide behaupten, die Wahlen vom November vergangenen Jahres gewonnen zu haben. Gbagbo hielt sich am Freitag weiter in seiner Residenz verschanzt. Zwei Angriffe der Ouattara-Truppen auf die schwer befestigte Anlage waren in den vergangenen Tagen fehlgeschlagen. Ouattara sagte, die Residenz sei eingekreist und die Umgebung gesichert. Offenbar will er Gbagbo aushungern.

          Morde sei „ethnischer Natur“

          Unterdessen meldeten die Vereinten Nationen den Fund von weiteren 100 massakrierten Zivilisten im Westen der Elfenbeinküste. Die Leichname seien in mehreren Ortschaften rund um die Regionalstadt Duékoué gefunden worden. Am Sitz des UN-Hochkommissars für Menschenrechte in Genf hieß es, der mutmaßliche Hintergrund dieser Morde sei „ethnischer Natur“.

          In Duékoué waren nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) vor knapp zwei Wochen mehr als 800 Menschen massakriert worden, als die Truppen Ouattaras die Stadt eingenommen hatten. Die UN-Mission in der Elfenbeinküste, Onuci, hatte die Ouattara-Truppen ebenso dafür verantwortlich gemacht wie Gbagbo-Milizionäre. Ouattara bestreitet die Vorwürfe gegen seine Truppen und will die Vorfälle untersuchen lassen.

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