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Clinton reagiert auf Brief an Obama : „Gaddafi weiß, was von ihm erwartet wird“

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton fordert als Reaktion auf den Brief des libyschen Machthabers an Präsident Obama, Gaddafi abermals zum Machtverzicht auf: „Je früher das Blutbad aufhört, desto besser ist das für alle“.

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          Die Vereinten Nationen haben eine sofortige Feuerpause in der heftig umkämpften libyschen Stadt Misrata gefordert. Dies sei nötig, um Verletzte zu versorgen und Zivilisten die Flucht zu ermöglichen. „Die Lage vor Ort ist kritisch für eine große Zahl von Menschen, die sofort Lebensmittel, sauberes Wasser und medizinische Nothilfe brauchen“, erklärte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in New York.

          Zurzeit sei Bewegungsfreiheit für die Menschen in der Stadt „eine Angelegenheit von Leben oder Tod“. Es müsse nun eine Kampfpause geben, „damit die Menschen sich selbst und ihre Familien aus der Gefahrenzone bringen können, wenn sie sich dazu entschließen“, forderte Amos. UN-Hilfslieferungen für Misrata stünden bereit. Die Küstenstadt im Westen Libyens ist seit einigen Tagen einer der Schwerpunkte des Nato-Einsatzes, da sie immer wieder von Gaddafi-Truppen angegriffen wird.

          Der Militärchef der libyschen Rebellen, Abdel Fattah Junes, hatte die Nato kritisiert, die Menschen in Misrata dem Verderben preiszugeben. Die Militärallianz erklärte daraufhin am Mittwoch, der Schutz der Bevölkerung in Misrata habe „oberste Priorität“. In Misrata leben rund 300.000 Menschen, bei Kämpfen der vergangenen Wochen sollen nach Angaben von Augenzeugen und Rebellen hunderte getötet worden sein. Im Hafen von Benghasi standen am Donnerstag mehrere Versorgungsschiffe für Misrata bereit und warteten auf eine Beruhigung der Lage, um ablegen zu können.

          „Gaddafi hat keine Zukunft mehr“

          Wegen der anhaltenden Kämpfe in Misrata floh auch der frühere Energieminister und enge Vertraute Gaddafis, Fathi Ben Schatwan, aus der Küstenstadt nach Europa und lief zur Opposition über. „Gaddafi hat keine Zukunft mehr“, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Keiner der noch in Libyen anwesenden Minister unterstütze Gaddafi mehr, sie hätten aus Angst um ihre Familien aber nicht den Mut, sich von ihm abzuwenden.

          Die Vereinigten Staaten zeigten sich unbeeindruckt von einem Brief Gaddafis an Präsident Barack Obama, in dem der libysche Machthaber ein Ende der Angriffe in seinem Land fordert. „Es ist überhaupt kein Geheimnis, was derzeit von Herrn Gaddafi erwartet wird“, sagte Außenministerin Hillary Clinton. Je früher „das Blutbad aufhört, desto besser ist das für alle“. Gaddafi müsse sich zu einem Waffenstillstand mit den libyschen Aufständischen bereit finden und seine Truppen abziehen. Zudem forderte Clinton eine Entscheidung „hinsichtlich seines Machtverzichts“.

          Die Amerikaner hatten am Montag ihre aktive Beteiligung an den internationalen Einsätzen in Libyen beendet. Bei einem Nato-Angriff östlich des Ölhafens Brega wurden nach Angaben von Ärzten und der Rebellen am Donnerstag irrtümlich zwei Regierungsgegner getötet und mindestens zehn weitere verletzt. Auch aus der Hauptstadt Tripolis wird von anhaltenden Explosionen berichtet.

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