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Getöteter Journalist : „Khashoggis Kleidung war wahrscheinlich noch warm“

  • Aktualisiert am

Bild: CNN

Ein Überwachungsvideo wirft im Fall Khashoggi neue Fragen auf. Das Video zeigt einen Verdächtigen, der das saudische Konsulat in der Kleidung des getöteten Journalisten verlässt.

          1 Min.

          Beinahe täglich werden neue Details im Fall Khashoggi bekannt. Nun sorgt ein Überwachungsvideo für Aufsehen, das der amerikanische Nachrichtensender CNN veröffentlicht hat. Darauf zu sehen ist ein Mann in schwarzem Sakko und grauem Hemd – der Kleidung, die der Journalist Jamal Khashoggi beim Betreten des saudi-arabischen Konsulats in Istanbul getragen hat. Eine Überwachungskamera hat den Verdächtigen gefilmt, wie er kurz nach dem Verschwinden des Journalisten das Konsulat in dessen Kleidung durch die Hintertür verlässt – mit falschem Bart, Brille und mit unterschiedlichen Schuhen. Ein hoher türkischer Ermittler sagte CNN, dass es sich bei der Person um Mustafa al-Madani handeln soll, einer der saudischen Tatverdächtigen. „Khashoggis Kleidung war wahrscheinlich noch warm, als Madani sie angezogen hat“, zitiert CNN einen türkischen Beamten. Beim Betreten des Gebäudes trug er noch ein blau-weißes Hemd.

          Al-Madini, der ungefähr gleich alt sei wie Khashoggi und eine ähnliche Statur habe, wurde danach als Mitglied eines 15-köpfigen saudischen Teams nach Istanbul gebracht, das ihn angeblich getötet hatte, wie CNN unter Berufung auf türkische Ermittler berichtet. Derselbe Mann wurde nur wenige Stunden später in Khashoggis Kleidung in der weltberühmten Blauen Moschee gesichtet.

          Der saudi-arabische Außenminister Adel al-Jubeir sagte am Sonntag, der Mord sei von einer „Schurkenoperation“ verübt worden, die dann versucht habe, die Tat zu vertuschen. Politiker etlicher Länder äußerten Skepsis gegenüber der offiziellen Erklärung. Mehrere hohe Vertreter aus Politik und Wirtschaft sagten ihre Teilnahme an der bevorstehenden Investorenkonferenz in Saudi-Arabien ab. Am Dienstag verkündete, nach massivem Druck aus der Öffentlichkeit, auch Siemens-Chef Joe Kaeser, dass er nicht in den Wüstenstaat reisen werde.

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