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Lloyd Austin in Singapur : Amerika sieht in Südostasien ein „einmaliges strategisches Kapital“

Corona-Gruß: der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin am Dienstag in Singapur Bild: Reuters

Lloyd Austin ist der erste Minister aus dem Kabinett Joe Bidens, der Südostasien besucht. In Singapur lobt er die Allianzen und Freundschaften in der Region. Dort hat aber auch China seinen Einfluss ausgebaut.

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          Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit China wollen die Vereinigten Staaten ihre Partnerschaften im Indopazifik stärken. Der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin bezeichnete Amerikas Netzwerk an Allianzen und Freundschaften in der Region am Dienstag in Singapur als „einmaliges strategisches Kapital“.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Mit seiner Aussage zeichnete er auch einen Kontrast zu China, das mit mehreren Nachbarländern im Clinch über Territorien und Seegebiete liegt. China gegenüber zeigte sich der Minister entschlossen, aber kooperationsbereit. „Wir werden nicht zögern, wenn unsere Interessen bedroht werden. Gleichwohl streben wir keine Konfrontation an“, sagte Austin. Dabei mahnte er ein „konstruktives und stabiles Verhältnis“ mit Peking an. Der Grundstein der amerikanischen Sicherheitspolitik bleibe aber die Abschreckung.

          Die chinesischen Ansprüche im Südchinesischen Meer bezeichnete Austin, der als erster Minister aus Joe Bidens Kabinett Südostasien besucht, deutlich als „nicht im Einklang mit internationalem Recht“. Zuvor hatte Peking den Vereinigten Staaten während des China-Besuchs der stellvertretenden Außenministerin Wendy Sherman eine „gefährliche Politik“ gegenüber China vorgeworfen. Sherman war die ranghöchste amerikanische Regierungsvertreterin, die seit dem Amtsantritt von Präsident Biden China besucht hatte.

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          Die Reise Lloyd Austins ist somit auch als ein Teil einer diplomatischen Offensive Washingtons in Asien zu verstehen. Am Mittwoch wird außerdem US-Außenminister Antony Blinken zu seinem Antrittsbesuch in Neu Delhi erwartet. Die Vereinigten Staaten sehen in Indien einen wichtigen Kooperationspartner im Wettbewerb mit China.

          Auch Amerika setzt auf Impf-Diplomatie

          In Singapur sprach der Verteidigungsminister nicht nur den Konflikt im Südchinesischen Meer an, sondern auch den Grenzstreit zwischen China und Indien im Himalaja. Der Verteidigungsminister reist von Singapur weiter nach Vietnam und auf die Philippinen, in die beiden Länder Südostasiens, die am schwersten von dem Vordringen Chinas im Südchinesischen Meer betroffen sind. In Singapur sprach er darüber hinaus das wachsende Engagement anderer Partner an, die nicht direkt aus der Region selbst kommen. Er verwies dabei etwa auf den britischen Flugzeugträger HMS Queen Elizabeth, der als Teil einer multinationalen Flotte derzeit im Südchinesischen Meer unterwegs ist.

          Der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin  am Dienstag in Singapur
          Der amerikanische Verteidigungsminister Lloyd Austin am Dienstag in Singapur : Bild: AFP

          Zum ersten Mal wird auch die deutsche Marine im August eine Fregatte in die Region entsenden. In Manila wird Austin außerdem versuchen, ein wichtiges Militärabkommen über die Entsendung amerikanischer Truppen zu retten. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hatte das Abkommen ausgesetzt, die Aussetzung selbst allerdings zunächst nicht umgesetzt.

          In Asien wurde Austins Rede mit großem Interesse verfolgt. Die Region sah sich von der Biden-Regierung bisher vernachlässigt. Nicht zuletzt hatte die Pandemie diplomatische Besuche erschwert. China war in den vergangenen Monaten deutlich präsenter und baute mit seiner „Impfdiplomatie“ seinen Einfluss in der Region weiter aus. Auch auf diesem Gebiet versucht Amerika, aufzuholen. So wiederholte Austin die Ankündigung Bidens, weltweit kostenlos und ohne Konditionen 500 Millionen Impfdosen zu liefern. Die Region Indopazifik habe dabei „höchste Priorität“.

          Zudem versicherte Austin den Südostasiaten, dass neue Foren wie die Quad, der neben den USA Australien, Indien und Japan angehören, die bewährte Partnerschaft mit dem Staatenbund ASEAN nur ergänzten, nicht ersetzten. Er sagte auch, die südostasiatischen Länder müssten nicht zwischen den Vereinigten Staaten und China wählen. Amerika werde dies niemals verlangen.

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