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Unwetter in Ostwestfalen : Tornado sucht Minden heim

  • Aktualisiert am

Vom Blitz getroffen? Einem Windrad im Kreis Paderborn rissen zwei Flügel ab, der dritte hängt abgeknickt am Gestell. Bild: dpa

Ein Unwetter hinterlässt in Ostwestfalen eine Schneise der Verwüstung. Und macht auch vor einer 70 Meter hohen Windkraftanlage nicht halt. Feuerwehr und Polizei sind im Dauereinsatz.

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          Dächer sind abgedeckt, Bäume umgestürzt, Keller vollgelaufen: Ein Unwetter hat in Ostwestfalen erheblichen Schaden angerichtet. Die Feuerwehr war im Kreis Minden-Lübbecke am Sonntagabend im Dauereinsatz. Auch Anwohner halfen mit, die Straßen von etlichen umgeknickten Bäumen und abgebrochenen Ästen zu räumen. In Minden, Porta Westfalica, Bad Oeynhausen und Petershagen wütete das Unwetter nach Angaben der Einsatzkräfte besonders heftig.

          Fünf Häuser wurden wegen Einsturzgefahr evakuiert – bei diesem ist das Dach während des Unwetters eingekracht.

          Auf den Straßen standen demolierte Autos. In Porta Westfalica stürzte ein Rollerfahrer über einen herausgespülten Gullydeckel. Der Mann kam schwer verletzt in eine Klinik. Im Kreis Paderborn wurde eine Windkraftanlage von dem Unwetter regelrecht zerlegt. Trümmerteile seien bis zu 250 Meter weit geschleudert worden und steckten in einem Feld, sagte eine Pressesprecherin des Kreises am Montag. Es wird vermutet, dass am Sonntagabend starke Windböen oder Blitzeinschlag die 70 Meter hohe Windkraftanlage bei Dörenhagen zerstört haben.

          Werk eines Tornados? Ein Dachdecker entfernt Teile eines umgestürzten Schornsteins.

          Anwohner helfen bei Aufräumarbeiten

          Die Feuerwehr in Minden registrierte 86 Einsätze, die Polizei wurde zu 61 Einsätzen gerufen. „Das kann sich für die Region schon auf mehrere Hundert Fälle summieren“, sagte ein Polizeisprecher. Es seien „großflächige Schäden“ entstanden, betroffen war vor allem der Mindener Stadtteil Meißen. Dort zerstörte der überaus starke Wind mehrere Häuser. „Das Unwetter hat eine Art Schneise gezogen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Fünf Häuser mit insgesamt 33 Bewohnern mussten wegen Einsturzgefahr evakuiert werden. Die Schadenshöhe konnte die Polizei bislang noch nicht beziffern.

          Diesen Baum hat es während des Unwetters aus den Angeln gehoben.

          Im Laufe des frühen Vormittags waren die meisten Straßen wieder freigeräumt. Anwohner hätten mit Motorsägen geholfen, die abgeknickten Bäume von der Straßen zu räumen, berichtete die Polizei. Zuvor war die Bundesstraße 65 im Bereich Minden-Meißen in Fahrtrichtung Bückeburg eine Stunde lang gesperrt worden.

          Zwei evakuierte Bewohner stehen am Montag vor den Trümmern ihres abgestürzten Hauses.

          Ein Tornado? Meteorologen werten die Daten noch aus

          Die Polizei sprach von einem Tornado, der einen Stadtteil von Minden heimsuchte. Meteorologen wollten sich am Montagmorgen hingegen zunächst noch nicht festlegen, ob es ein Wirbelsturm war. „Wir klären das jetzt, noch können wir das nicht sicher sagen“, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Essen.

          Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen. Als rasend schnell drehende Luftschläuche mit Bodenkontakt rotieren sie dabei um eine senkrechte Achse und können bei Geschwindigkeiten von mehreren Hundert Kilometern auf ihrer Zugbahn eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.

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