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Uno-Kritik : Abzug deutscher Polizisten aus Südsudan „ein ernsthafter Schlag“

  • Aktualisiert am

Einsatzkräfte der Blauhelmtruppen beraten ihren Einsatz im kriegerischen Gebiet im Südsudan. Ohne die deutschen Polizisten könnte nun ein wichtiger Partner fehlen. Bild: dpa

Die Vereinten Nationen werfen Deutschland vor, Polizisten ohne Absprache aus dem Krisenland Südsudan abgezogen zu haben. Die Kritik gilt aber auch anderen Ländern.

          Die Vereinten Nationen haben Deutschland, Schweden und Großbritannien vorgeworfen, durch den ohne Absprache erfolgten Abzug ihrer Polizeikräfte den internationalen Einsatz im Bürgerkriegsland Südsudan zu belasten. Die Länder hätten „ohne vorherige Beratungen“ angekündigt, zwölf Polizisten ersatzlos von der UN-Blauhelmmission UNMISS abzuziehen, heißt es in einem internen UN-Papier, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Der Abzug versetze „der Moral der Truppe einen ernsthaften Schlag“.

          UN-Sprecher Farhan Haq kritisierte, die Polizisten seien „nicht auf ihrem Posten geblieben“. Während der jüngsten Kämpfe im Südsudan seien sie von ihren Regierungen aus der Hauptstadt Juba gebracht worden. So flogen den Angaben zufolge Deutschland alle sieben deutschen Polizisten aus, Großbritannien brachte seine zwei Polizeibeamte außer Landes. Schweden habe demzufolge drei seiner neun Polizisten ausgeflogen.

          „Mangel an Respekt für das Engagement“

          In dem internen UN-Dokument wird diese Aktion als unsolidarisch bewertet. Das Papier verweist darauf, dass im Südsudan weiterhin hunderte Mitarbeiter der Uno und von Hilfsorganisationen „unter extrem schwierigen Umständen ihre Pflichten so gut wie möglich erfüllen“.

          Besondere Kritik richteten die Autoren des Dokuments gegen Großbritannien, das als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats eine besondere Verantwortung habe. Der Abzug könne deshalb „als Mangel an Respekt für das Engagement zugunsten von Frieden und Sicherheit“ gewertet werden, heißt es in dem UN-Papier. Der britische Abzug werfe zudem die Frage auf, wie ein Sicherheitsratsmitglied „anderen Ländern Instruktionen im Umgang mit Friedens- und Sicherheitsfragen geben kann, wenn es selbst in schwierigen Umständen seinen Posten verlässt“.

          Die Polizisten waren im Rahmen der UNMISS-Mission im Südsudan, um die dortige Polizei auszubilden und zu beraten. Die Blauhelmmission soll helfen, das von Konflikten zerrissene Land zu befrieden. Im Rahmen dieser Mission sind auch einige Soldaten der Bundeswehr im Südsudan. Die Bundesregierung hatte Mitte Juli die meisten deutschen Staatsbürger mit vier Evakuierungsflügen aus dem Südsudan gebracht, nachdem es dort schwere Kämpfe zwischen rivalisierenden Truppen gab.

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