https://www.faz.net/-gpc-9nvxr

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Umsatzvergleich : Deutsche Unternehmen hinken deutlich hinterher

  • Aktualisiert am

Mitarbeiter bei VW in Wolfsburg monstieren einen Kotflügel an einen Golf. Die deutsche Autoindustrie hat immer noch mit ihrer selbstverschuldeten Krise zu kämpfen. Bild: dpa

Während amerikanische und asiatische Konzerne stetig mehr Geld verdienen, bleiben deutsche Wettbewerber zurück. Das liegt nicht nur daran, dass es in Deutschland keine großen Tech-Unternehmen gibt.

          Deutschlands Konzerne haben den Anschluss an die Weltspitze verloren, wenn es um das Wachstum von Gewinnen und Umsätzen geht. Das geht aus einer Analyse des Beratungsunternehmens EY hervor. Demnach schafften es 44 deutsche Unternehmen in das Ranking der 1000 umsatzstärksten börsennotierten Konzerne der Welt. Ihr Umsatz stieg im Schnitt nur um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, der operative Gewinn (Ebit) sank sogar um 10 Prozent, rechnen die Berater vor.

          Die größten nordamerikanischen Unternehmen steigerten ihren Umsatz im vergangenen Jahr den Angaben zufolge hingegen im Schnitt um 10,5 Prozent. Asiens Spitzenunternehmen erzielten ein Plus von 10,1 Prozent. Europäische Großunternehmen verbuchten einen Zuwachs von 7,7 Prozent. Banken und Versicherer wurden in der Auswertung nicht berücksichtigt. „Nach einigen sehr guten Jahren mussten deutsche Top-Unternehmen im vergangenen Jahr zahlreiche Rückschläge hinnehmen – auch weil sie so internationalisiert sind und damit überdurchschnittlich stark unter den internationalen Handelsspannungen leiden“, erläuterte Alexander Kron, Mitglied der EY-Geschäftsführung.

          Spitzenreiter im Gewinnranking war der iPhone-Hersteller Apple mit umgerechnet 60 Milliarden Euro. Platz zwei belegte den Angaben zufolge der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung mit gut 45 Milliarden Euro, gefolgt vom amerikanischen Softwarekonzern Microsoft (knapp 30 Milliarden Euro). Das gewinnstärkste europäische Unternehmen war der Ölkonzern Royal Dutch Shell auf Rang vier (rund 27 Milliarden). Volkswagen kam als bester deutscher Konzern mit knapp 14 Milliarden Euro auf Platz 25. Insgesamt hatten sieben der Top-Ten ihren Sitz in Amerika.

          „Die Top-US-Konzerne sind derzeit in vielen Branchen das Maß der Dinge. Sie profitieren vom großen und prosperierenden Heimatmarkt und von der hervorragenden Entwicklung der US-Technologie-Konzerne“, argumentierte Kron. Dem habe Europa zurzeit wenig entgegenzusetzen. Das Wirtschaftswachstum schwächele, zudem litten viele europäische Unternehmen unter dem Handelsstreit zwischen Amerika und China.

          Den operativen Gewinn steigerten die nordamerikanischen und asiatischen Konzerne im Schnitt um 12,8 Prozent beziehungsweise 12,2 Prozent. Europas Topunternehmen verbuchten ein Wachstum von 11,6 Prozent.

          Die schlechten Wachstumszahlen und der eskalierende Handelsstreit zwischen den Vereinigten Staaten und China schlägt auch auf die Stimmung der Investoren. Sie schätzen die deutsche Konjunktur so negativ ein wie seit über neun Jahren nicht mehr. Das entsprechende Barometer fiel im Juni um 8,6 auf minus 0,7 Punkte, wie die Investment-Beratungsfirma Sentix an diesem Dienstag zu ihrer monatlichen Umfrage unter mehr als 900 Anlegern mitteilte. Das ist der schlechteste Wert seit März des Jahres 2010. „Eine Rezession steht damit unmittelbar vor der Tür“, sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner voraus.

          Für die deutsche Wirtschaft komme es derzeit knüppeldick. „Einerseits belastet der USA-China-Handelsstreit die stark exportlastige Wirtschaft in hohem Maße“, so Hübner. „Andererseits wird nirgendwo in Europa mehr über den Klimawandel gesprochen und die eigene Industrie so sehr in Frage gestellt.“ Zudem befinde sich mit der Autoindustrie eine Schlüsselbranche noch immer in einer selbstverschuldeten Krise.

          Auch die Konjunktur der Währungsunion wird deutlich schlechter bewertet. Dieses Barometer fiel im Juni um 8,0 auf minus 3,3 Punkte. „Spätestens seit die amerikanische Regierung es amerikanischen Unternehmen verbietet, mit dem chinesischen Telekom-Ausrüster Huawei Geschäfte zu machen, ist klar, dass aus einem ’kalten’ Handelskrieg ein ’heißer’ zu werden droht“, sagte Hübner. „Auch für die Euro-Zone stellt die Eskalation im USA-China-Handelsstreit ein erhebliches Risiko dar.“ 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.