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Umfragen bei der Landtagswahl : Wer wählt eigentlich die AfD?

AfD gelingt Mobilisierung der Wählermassen

Kernstück dieser Analysen sind die Kapitel unter Überschriften wie „Wer wählte wen warum“. Korreliert werden dazu neben Alter und Geschlecht auch sozialstrukturelle Merkmale wie die Zugehörigkeit zu Berufsgruppen und der Erwerbsstatus, aber auch Bildungsabschluss und Konfessionszugehörigkeit. So lieferten etwa die Analysen nach den drei Landtagswahlen des Jahres 2014 in Sachsen, Brandenburg und Thüringen interessante Einblicke in die Wählerschaft der sich damals noch als eurokritisch gebärdenden AfD.

Bei der Bundestagswahl 2013 war die Partei an der Fünfprozenthürde gescheitert, weil es über alle Altersgruppen hinweg einen erheblichen „Gender Gap“ gab. Hätten Frauen ebenso oft die AfD gewählt, wäre die Partei vor drei Jahren in den Deutschen Bundestag eingezogen. Im Jahr darauf zog die AfD auf Anhieb in gleich drei Landtage ein. Das Gender Gap hatte sich nicht geschlossen, aber der Mobilisierungseffekt war so stark, dass es in Brandenburg und Thüringen auf ein zweistelliges Wahlergebnis hinauslief. In der ersten Jahreshälfte 2015 reichte es in Bremen wie in Hamburg nur knapp für den Einzug in die jeweilige Bürgerschaft. Wäre es nach den Frauen gegangen, hätte die AfD in den beiden Stadtparlamenten nichts zu melden.

Als deutlich verschieden nach Ost und West erwies sich der Aufbau der Wählerschaft der AfD. Im Osten war die AfD umso erfolgreicher, je jünger die Wähler waren, bis dahin, dass die AfD und Sonstige zusammengenommen in Brandenburg und Sachsen bei den 18 bis 29 Jahre alten Wählern fast oder gleich stark wurden wie die jeweils stärkste „Volkspartei“. In Sachsen war die AfD für junge Männer ebenso attraktiv wie die Linkspartei. In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg hingegen konnte die AfD in allen Altersgruppen gleichmäßig reüssieren, auch bei den Rentnern, die im Osten von dem Werben der AfD weitgehend unbeeindruckt geblieben waren.

Angestellte und Beamte halten sich von Protestpartei fern

In Ost wie West weitgehend identisch war die Zusammensetzung der AfD-Wählerschaft hinsichtlich der Erwerbstätigkeit und der formalen Bildung. Besser als im Durchschnitt schnitt die AfD überall bei Arbeitern und Arbeitslosen, aber auch bei Selbständigen ab. Angestellte und Beamte hielten sich von der neuen Partei eher fern. Zu diesem Befund passt, dass die AfD am ehesten von Bürgern mit mittlerem oder niedrigem Bildungsabschluss gewählt wurde – und das, ehe die Migrationskrise die Bundesrepublik in der zweiten Jahreshälfte mit voller Wucht erfasste. Die Angst vor einem Verlust sozialer Sicherheiten und die Konkurrenz um knappe Güter wie Wohnraum dürfte das Wählerpotential der AfD mittlerweile erheblich vergrößert haben.

Der eher niedrige Bildungsgrad zusammen mit der Verortung in einfachen beziehungsweise (bei vielen Selbständigen) eher prekären Erwerbsverhältnissen erklärt auch die Anziehungskraft der AfD auf Bürger, die zuvor andere Parteien gewählt haben. Wie infratest-dimap bei der Berechnung der sogenannten Wählerwanderungen ermittelt hat (die Forschungsgruppe Wahlen stellt diese Berechnungen nicht an), hat die AfD stets nur wenige Stimmen ehemaliger oder potentieller Grün-Wähler erhalten. Als fast gleich stark verwundbar erwiesen sich im Osten wie im Westen CDU und SPD. Im Osten trugen auch vormalige Wähler der Linkspartei erheblich zu dem Erstarken der AfD bei. Hinzu kamen überall in großer Zahl vormalige Nichtwähler, was die AfD als Sammelbecken von Protestwählern und Wutbürgern jeder Couleur erscheinen ließ.

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