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Trialog mit Macron : Warum Scholz Selenskyj in Paris traf

Selenskyj, Macron und Scholz vor dem Elysée-Palast Bild: AP

Das Überraschungstreffen des ukrainischen Präsidenten mit dem deutsch-französischen Tandem gefällt in Europa nicht jedem. Dass Selenskyj nicht nach Berlin kam, bot für den deutschen Kanzler einen Vorteil.

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          An Berlin und Paris führt in Europa kein Weg vorbei. Diese Botschaft sollte vom Familienfoto im Wintergarten des Elysée-Palasts ausgehen, wo der französische Präsident Emmanuel Macron am Mittwochabend nicht nur den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, empfing, sondern überraschenderweise auch Bundeskanzler Olaf Scholz.  Der stellte sich erst  irrtümlich vor die ukrainische Flagge und wurde dann vom  Gastgeber nachsichtig bei der Deutschland- und der Europafahne platziert. Selenskyj entlockte der Vorgang ein kurzes Grinsen.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.
          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Nicht allen in Europa gefiel das Treffen, das in den knappen Zeitraum zwischen Selenskyjs Besuch in London am Mittwoch und seiner Teilnahme am Gipfeltreffen der Europäischen Union in Brüssel am Donnerstag geschoben worden war.  Der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ging der deutsch-französische Schulterschluss zur Ukraine zu weit. Sie nannte das Treffen  „unangemessen“. Im vorigen Juni hatte ihr Vorgänger Mario Draghi gemeinsam mit Macron einen Plan ausgeheckt, um mit dem zögerlichen Scholz im Sonderzug nach Kiew zu fahren. Dieses Mal gelang es Macron, Scholz allein davon zu überzeugen, dass eine Geste der deutsch-französischen Geschlossenheit geboten sei. 

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