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Verhandlungen mit Russland? : Schröder soll Putin in Moskau besuchen

  • Aktualisiert am

Kennen sich: Gerhard Schröder und Wladimir Putin im Jahr 2018 Bild: EPA

Altkanzler Gerhard Schröder soll nach Angaben des Nachrichtenportals „Politico“ Putin treffen, um über eine Beendigung des Ukrainekriegs zu sprechen. Dessen Frau gibt unterdessen einen Hinweis über Instagram.

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          Die Bundesregierung ist über einen angeblichen Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) in Moskau zur Vermittlung im Ukrainekrieg nicht informiert worden. Derartige Gespräche seien auch nicht mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und seiner Regierung abgestimmt, hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen. Das Nachrichtenportal „Politico“ hatte zuvor berichtet, Schröder sei in Moskau und wolle dort im Rahmen von Vermittlungsbemühungen zur Beendigung des Ukrainekrieges des russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen.

          „Politico“ berief sich auf „mit der Angelegenheit vertraute Quellen“. Schröders Besuch in Moskau folgte demnach auf Gespräche in Istanbul mit ukrainischen Politikern, die Mitglieder der Delegation für Friedensgespräche mit Russland seien. „Die Ukraine wollte sehen, ob Schröder eine Brücke für den Dialog mit Putin bauen kann“, zitierte das Portal eine Quelle.

          Eine offizielle Bestätigung für die Reise gab es nicht. Auch der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hatte nach eigenen Angaben keine Kenntnis von einem möglichen Vermittlungsversuch Schröders. „Ich kann mir schwer vorstellen, dass meine Regierung Schröder darum gebeten hat“, sagte Melnyk. Er hatte vergangene Woche gesagt, er könne sich einen Vermittlungsversuch durch Schröder vorstellen. „Er ist einer der wenigen hier in Deutschland, die womöglich noch einen direkten Draht zu Herrn Putin haben“, sagte der Diplomat der „Bild“-Zeitung. „Es gibt keinen, der so etwas hat in Deutschland und den anderen europäischen Ländern. Er könnte das vielleicht versuchen.“ Seit Russlands Angriff auf die Ukraine am 24. Februar haben russische und ukrainische Verhandlungsführer bereits drei Mal in Belarus ohne Erfolg miteinander gesprochen und eine Einigung versucht.

          Unterdessen postete die Ehefrau von Schröder, Soyeon Schröder-Kim, am Donnerstagabend ein Bild bei Instagram, das sie in einer betenden Haltung zeigte. Durch die Fenster im Hintergrund war die Basilius-Kathedrale von Moskau zu sehen. Ob das Bild eine aktuelle Aufnahme war, ging aus dem Beitrag nicht hervor.

          Nach Angaben von „Politico“ wurde Schröder durch den Hauptgeschäftsführer Marc Walder des Schweizer Medienunternehmens Ringier von der Bitte der Ukraine informiert, als Mediator zu fungieren. Schröder hatte für das Unternehmen als Berater gearbeitet. Gemeinsam mit seiner Frau sei Schröder daraufhin am Montag nach Istanbul geflogen, wo er sich mit der ukrainischen Delegation für Friedensgespräche mit Russland getroffen haben soll. Die Delegation wird vom ukrainischen Politiker Rustem Umerov geleitet. Umerov hat sich bislang nicht dazu geäußert. Laut „Politico“ wolle Wolodymyr Selenskyj Schröders Beziehung zu Putin nutzen, um zumindest eine Waffenruhe auszuhandeln. Außerdem sollen die Ukrainer Schröder mehrere Punkte genannt haben, über die sie bereit seien zu verhandeln. Dazu gehören unter anderem die NATO-Ziele der Ukraine, der Status der Krim und die Zukunft der Donbassregion, die Russland kurz vor der Invasion als „Volksrepublik“ anerkannt hat. Am Mittwoch sollte ein russisches Flugzeug Schröder zu einem Gespräch aus Istanbul abholen.

          SPD auch nicht über angebliche Reise informiert

          Schröder verbindet seit seiner Kanzlerschaft zwischen 1998 und 2005 eine offenbar freundschaftliche Beziehung zu Putin. Der Sozialdemokrat steht seit Wochen unter Druck, weil er trotz Moskaus Vorgehen gegen die Ukraine an seinen Posten bei staatlichen und halbstaatlichen russischen Energiefirmen festhält. Die SPD-Führung hatte ihn nach dem Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgefordert, diese Mandate niederzulegen, was Schröder bisher ignorierte.

          Auch die SPD wurde nun vorab nicht über die angebliche Reise informiert, wie es aus Parteikreisen hieß. Schröders Ehefrau, Soyeon Schröder-Kim, hatte ihren Mann vergangene Woche in einem auf Instagram veröffentlichten Schreiben an die SPD-Mitglieder verteidigt. Dabei hatte sie auch auf die „Bitte“ des ukrainischen Botschafters nach Vermittlung durch ihren Mann verwiesen.

          „Ihr könnt sicher sein, was auch immer mein Mann tun kann, um zur Beendigung des Krieges beizutragen, wird er tun“, schrieb sie. Dies sei „unabhängig von Ultimaten der SPD oder anderen Organisationen“ an ihren Mann.

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