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Russische Annexionen : Der Westen muss standhaft bleiben!

Der russische Präsident Wladimir Putin: Sein Krieg macht die ganze Welt ärmer, hungriger, unsicherer. Bild: AFP

Die freie Welt darf sich Putins nuklearem Erpressungsversuch nicht beugen. Sonst macht der russische Präsident daraus ein Geschäftsmodell.

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          Große Führer feiern und beschenken sich selbst. Rechtzeitig zu seinem 70. Geburtstag hat Putin vor der Geschichte den Eintritt weiterer Gebiete in die Russische Föderation gemeldet. Er kann damit behaupten, Russland, das seit dem Untergang der Sowjetunion unter Phantomschmerzen leidet, abermals vergrößert zu haben. Dies zwar immer noch nicht in dem Ausmaß, wie es Peter dem Großen gelang. Aber doch auch als furchtloser Eroberer, der unbeirrbar der Mission folgt, die Russen in der Nachbarschaft, alte wie neue, heim ins Reich zu holen und andere Völker wieder unter Moskaus Joch zu zwingen. Putin würde wohl niemanden nach Sibirien verbannen, der auch ihm und sogar noch zu Lebzeiten den Beinamen „der Große“ gäbe. Passen würde jedoch allenfalls der Titel, den Iwan IV. in den Geschichtsbüchern bekam: der Schreckliche.

          Den hat Putin sich nicht erst in der Ukraine erworben. Seine Skrupellosigkeit, seine Brutalität und seinen Zynismus hatte der russische Präsident auch schon auf seinen früheren Feldzügen bewiesen. Mit dem Überfall auf das einstige „Brudervolk“ hat Putin aber, anders als noch im Falle der Kriege in Tschetschenien oder Georgien, ganz Europa in Angst und Schrecken versetzt und in eine schwere Energie- und Wirtschaftskrise gestürzt, deren Dauer noch nicht absehbar ist. Die Schockwellen des Bebens, das Putin auslöste, laufen um den ganzen Erdball. Wo immer sie eintreffen, vernichten sie Wohlstand und das Gefühl von Sicherheit. Stattdessen bringen sie Verschuldung und Verzweiflung mit sich. Putins Krieg macht die ganze Welt ärmer, hungriger, unsicherer.

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