https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/groessenwahn-fuehrt-den-menschen-ins-verderben-18223957.html

Größenwahn und Demut : Auf der Suche nach dem guten, spurenlosen Leben

  • -Aktualisiert am

Ein Angler am Max-Eyth-See in Stuttgart Bild: dpa

Vielen Menschen geht es wie Wladimir Putin: Sie wären gerne eine Großmacht. Dabei braucht es dringend mehr Menschen, die damit zufrieden sind, keine Spuren zu hinterlassen.

          3 Min.

          Es ist keine neue Erkenntnis, dass das Streben nach immer mehr den Menschen ins Verderben führt. Er verdrängt es nur ständig – bis es ihm wieder so brutal vor Augen geführt wird wie nun durch Wladimir Putin. Der regiert zwar schon das größte Land der Welt und ist damit sichtlich überfordert – und doch soll es nach seinem Willen noch größer werden. Man wünschte ihm – mindestens – das Ende der Frau aus dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“. Die wollte auch immer mehr, ein Schloss, einen Palast, das Himmelreich – und saß am Schluss zur Strafe wieder in ihrer Fischerhütte.

          Putin mag in fast allem unmenschlich sein, in seinem Größenwahn ist er eine Ausgeburt des Menschlichen. Viele wollen in ihrem Leben Großmacht statt Regionalmacht sein und sind bereit, dafür sehr viel, wenn nicht alles zu tun. Zu Beginn der Pandemie gab es mal die Hoffnung, dass es die Leute nun lockerer angehen lassen. Sie ist längst dahin. In der Politik hetzten sie wieder von Termin zu Termin, um näher bei den Menschen zu sein und so der Macht näherzukommen. Warum tun die Menschen sich das an?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+