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Standpunkt : Wo ist die Energiestrategie gegenüber Russland?

  • -Aktualisiert am

Die EU-Länder haben sich vorgenommen, ihren Gasverbrauch um mindestens 15 Prozent zum Frühling zu reduzieren. Bild: dpa

Es ist, als spielte Europa Schach mit bereits festgelegten Zügen, unfähig, auf Russlands Vorgehen zu reagieren. Dabei gibt es die Möglichkeit, das Heft des Handelns zu übernehmen. Ein Gastbeitrag.

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          Russland setzt seine Energielieferungen konsequent und mit großem strategischem Kalkül ein, um Europa zu schwächen und zu spalten. Ein solches Kalkül findet sich nicht in Europas Antwort auf diesen ökonomischen Krieg. Die Strategie der EU besteht darin, baldmöglichst ein Komplettembargo gegen Öl, Strom, Gas und Kohle aus Russland durchzusetzen. Es ist, als spielte Europa Schach mit bereits festgelegten Zügen, unfähig, auf Russlands Vorgehen zu reagieren. Zu­gleich erleichtert dieses Verhalten Putin, den Preis für Gas und Öl in ungeahnte Höhen zu treiben, dadurch sehr hohe Einnahmen mit Energieverkäufen nach Europa zu erzielen und damit gleichzeitig die EU-Staaten zu spalten.

          Auf der anderen Seite warten die Europäer nervös darauf, wann und wie Putin als Nächstes agieren wird, wie das Kaninchen vor der Schlange. So gelingt es Russland, über gezielt gegen einzelne Akteure eingesetzte Gaslieferunterbrechungen einen ho­hen Druck aufzubauen, der das politische Handeln und die Wirtschaft Europas massiv beeinflusst und den europäischen Zu­sammenhalt untergräbt.

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