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: TUI will mit neuer Fluglinie Marktführer bei Billigflügen werden

  • Aktualisiert am

Der international führende Touristik- und Logistikkonzern wird noch in diesem Jahr auf den Markt der Billigflüge einsteigen. Unter den Namen Hapag-Lloyd Express wird eine neue Tochtergesellschaft der TUI vom Heimatflughafen Köln/Bonn aus zunächst mit acht Maschinen innerdeutsche und europäische Strecken bedienen.

          TUI AG, Hannover. Der international führende Touristik- und Logistikkonzern wird noch in diesem Jahr auf den Markt der Billigflüge einsteigen. Unter den Namen Hapag-Lloyd Express wird eine neue Tochtergesellschaft der TUI vom Heimatflughafen Köln/Bonn aus zunächst mit acht Maschinen innerdeutsche und europäische Strecken bedienen. Die Flugzeuge werden von der Germania Flugdienst GmbH im Rahmen eines Chartervertrages zur Verfügung gestellt. Germania bringt in die Verbindung außerdem ihre derzeit bedienten innerdeutschen Strecken ein. Das vollständige Netz, mit einer Flugzeit bis zu 2,5 Stunden, wird erst mit Aufnahme des Ticketverkaufs im Oktober bekanntgegeben, die ersten Flüge sollen im Dezember starten. Der Vorstandsvorsitzende Michael Frenzel begründet den Schritt mit den Zuwachsraten von jährlich mehr als 20 Prozent, die für den Billigflugmarkt in den nächsten Jahre prognostiziert werden. Rund zwei Drittel seien dabei Neukunden. Die Eckpreise seien marktorientiert und bewegten sich in Größenordnungen ab 10 Euro im innerdeutschen und 25 Euro im europäischen Netz. Zu diesen Nettopreisen kommen noch Flughafengebühren dazu sowie Zuschläge, die vom Vertriebsweg abhängen. Im Gegensatz zu vergleichbaren Gesellschaften bietet TUI den Vertrieb nicht nur über Internet oder Call-Center, sondern auch über Reisebüros, die dafür eine Provision erhalten. In ganz Europa sollen etwa 36 000 Reisebüros Tickets verkaufen. Im ersten vollen Geschäftsjahr erwartet Frenzel rund 1,3 Millionen Passagiere und eine Verdoppelung im Jahr darauf. Eine Kannibalisierung mit dem Chartergeschäft der Tochtergesellschaften Hapag-Lloyd und Britannia erwartet Frenzel nicht. Die Billigfluglinien bedienten überwiegend Kurz- und Mittelstrecken. Die Anlaufkosten für die ersten drei Jahre veranschlagt Frenzel auf 100 Millionen Euro. Die Flotte soll entsprechend der Nachfrage zügig aufgestockt werden. Auf mittlere Sicht wird die Marktführerschaft in diesem Segment angestrebt. Die Verlustzone soll die neue Fluglinie spätestens in ihrem dritten Geschäftsjahr verlassen haben; es seien zweistellige Umsatzrenditen möglich, meint Frenzel. Das erste Halbjahr des TUI-Konzerns wurde durch Einbußen im Tourismus, den stagnierenden Welthandel und niedrigere Erlöse in der Energiesparte geprägt. Der Konzernumsatz betrug 9,3 Milliarden Euro und lag um 14,9 Prozent, konsolidierungsbereinigt um 7,6 Prozent, unter dem Vorjahreswert. In allen Sparten wuchs der Umsatz vom ersten zum zweiten Quartal. Der Touristikumsatz sank im ersten Halbjahr um 11,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Die Reisebuchungen in der Sommersaison liegen zur Zeit um 6,4 Prozent niedriger, bei allerdings starken nationalen Unterschieden. Der Logistik-Umsatz ging wegen niedrigerer Frachtraten um 4,9 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zurück, in der Sparte Energie um 18,3 Prozent auf 230 Millionen Euro und in den sonstigen Bereichen um 29,1 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. In der Touristiksparte wurde der hohe Verlust des ersten Quartals deutlich abgebaut, so daß im Halbjahr ein Spartenergebnis von minus 16 Millionen Euro anfiel gegenüber einem Überschuß von 76 Millionen Euro im vergangenen Jahr. In der Energie betrug das Spartenergebnis noch die Hälfte des Vorjahreswertes, in der Logistik noch ein Drittel. So weist der Konzern ein Spartenergebnis von 117 (Vorjahr 347) Millionen Euro aus und nach Firmenwert-Abschreibungen ein Vorsteuerergebnis von minus 67 (plus 208) Millionen Euro sowie einen Halbjahresverlust von 128 (plus 134) Millionen Euro aus. Die Belastungen aus der Insolvenz der Babcock Borsig AG belaufen sich auf 183 Millionen Euro, saldiert mit außerordentlichen Erträgen, noch rund 30 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis werde im ganzen Jahr spürbar niedriger ausfallen, das Gesamtergebnis einschließlich anstehender Veräußerungsgewinne aber an das Vorjahresniveau heranreichen, sagte Finanzvorstand Rainer Feuerhake. Aufgrund von Desinvestitionen sind die Nettoschulden vom ersten zum zweiten Quartal um 1,1 auf 5,3 Milliarden Euro abgebaut worden, im nächsten Jahr sollen es nur noch 4 Milliarden Euro sein. Eine konkrete Jahresprognose wollte Frenzel aber nicht abgeben. Im Juli habe aber das Ergebnis in der Touristik den Vorjahresstand erreicht. Zwar werde immer kurzfristiger gebucht, doch die Buchungen zögen an. Im nächsten Jahr sei ein deutlicher Aufschwung möglich. In den könne TUI von einer niedrigeren Kostenbasis aus starten. (Hmr.)

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