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Syrien : Türkische Armee tötet bis zu 200 kurdische Kämpfer

  • Aktualisiert am

Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien Bild: Reuters

Die türkische Armee geht weiter gegen Kurden im Norden Syriens vor. Bis zu 200 Kämpfer sollen dabei ums Leben gekommen sein.

          Die türkische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben bis zu 200 kurdische Kämpfer im Norden Syriens getötet. Wie die amtliche türkische Nachrichtenagentur
          Anadolu am Donnerstag unter Berufung auf das Militär meldete, waren Stellungen der Volksverteidigungseinheiten (YPG) nördlich der Großstadt Aleppo das Ziel der Angriffe. Vertreter der syrischen Kurden und die Kurdische Gemeinde in Deutschland verurteilten die Bombardements.

          Nach Armeeangaben griffen die türkischen Kampfjets 18 Stellungen der YPG an. Dabei seien 160 bis 200 Kämpfer der Miliz getötet worden. Von unabhängiger Seite konnten die Angaben zunächst nicht bestätigt werden.

          Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte ihrerseits, bei den Luftangriffen seien elf Kämpfer der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), eines Zusammenschlusses aus kurdischen und arabischen Kämpfern, getötet worden. YPG-Kämpfer stellen einen Großteil der SDF.

          „Expansionistische Interessen“

          Die YPG ist der bewaffnete Arm der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD). Die türkische Regierung betrachtet beide Gruppen wegen ihrer Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als "Terrororganisationen".

          Die Regierung der halbautonomen Kurdenregion in Nordsyrien verurteilte "die unverhohlene Aggression" der Türkei und rief die internationale Gemeinschaft zum Protest auf. Auch die Kurdische Gemeinde in Deutschland verurteilte die Luftangriffe. Die Türkei versuche ihre "expansionistischen Interessen auf dem Rücken der kurdischen Bevölkerung durchzusetzen", erklärte der Verbandsvorsitzende Ali Toprak. Die "gezielte Schwächung der Anti-IS-Kräfte" untergrabe den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

          Verhältnis mit Washington belastet

          Türkische Einheiten kämpfen in Nordsyrien seit Ende August zusammen mit syrischen Rebellen gegen die IS-Miliz. Ziel ist es, die Nachschubwege der Dschihadisten über die türkisch-syrische Grenze zu kappen. Die türkische Offensive richtet sich aber auch gegen die YPG und die PKK. Ankara will verhindern, dass die Kurden ein zusammenhängendes Autonomiegebiet in der Grenzregion schaffen.

          Die Offensive der Türkei belastet das Verhältnis zwischen Ankara und Washington, da die Vereinigten Staaten die YPF und die SDF als wichtige Verbündete gegen den IS betrachten. Der amerikanische Verteidigungsminister Ashton Carter wird für Freitag in Ankara erwartet, um über den Kampf gegen den IS in Syrien und die Rückeroberung der irakischen IS-Hochburg Mossul zu beraten.

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