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F.A.Z.-Sprinter : Plötzlich kleinlaut

  • Aktualisiert am

Unser Sprinter-Autor: Felix Hooß Bild: Robert Wenkemann

Trump, Netanjahu und Johnson kennt man großspurig. Doch plötzlich zögert Trump, kämpft Netanjahu um sein politisches Überleben und muss sich Johnson vor dem Supreme Court rechtfertigen. Alles Wichtige steht im F.A.Z.-Sprinter.

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          Was passiert nach den Angriffen auf die saudische Ölindustrie? Im Weißen Haus scheint man sich in dieser Frage uneins zu sein: Während Außenminister Mike Pompeo ziemlich schnell Iran verantwortlich gemacht hatte, äußerte sich Donald Trump gestern für seine Verhältnisse zurückhaltend: „We’ll see“, twitterte er über eine mögliche iranische Urheberschaft. Die Furcht vor einer militärischen Verstrickung ist beim amerikanischen Präsidenten größer als die Lust auf eine flotte Punchline. „Amerika hat sich lange für globale Ordnungsaufgaben zuständig gefühlt“, kommentiert Klaus-Dieter Frankenberger, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik der F.A.Z., „seine Gegner testen gerade, wie weit es damit noch her ist“. Und die Märkte? Reagieren relativ gelassen, zumindest, wenn man auf die Aktienkurse blickt. Anders sieht das beim Öl aus: Die Nordsee-Sorte Brent hat sich am Montag zeitweise um knapp 20 Prozent verteuert, der stärkste Preissprung seit dem Golfkrieg 1991. Was das für deutsche Verbraucher bedeutet und wie sich die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen entwickeln könnten, analysiert mein Kollege Christian Siedenbiedel.

          In Israel wird heute ein neues Parlament gewählt, dabei ist die vergangene Wahl gerade einmal 160 Tage her. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war es im April nicht gelungen, eine Koalition zu bilden. „Bibi“, so Netanjahus Spitzname, ist seit mehr als zehn Jahren Premier und damit der israelische Regierungschef mit der längsten Amtszeit, nun kämpft er um sein politisches Überleben. Sein prominentester Herausforderer heißt Benny Gantz, ein früherer Generalstabschef. Sein Blau-Weiß-Bündnis liegt in Umfragen gleichauf mit dem Likud. Gantz könnte sich sogar eine Regierung der Nationalen Einheit mit Netanjahus Partei vorstellen – ohne Netanjahu, versteht sich. Unser Korrespondent Jochen Stahnke beschreibt, was eine potentielle Regierungsbildung in Israel so schwierig macht; gut möglich, dass auch diese Wahl keinen wirklichen Sieger hervorbringt.

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          Boris „Hulk“ Johnson, noch recht frisch in seinem Amt als britischer Premierminister, muss sich mit den Folgen seiner Parlaments-Zwangspause auseinandersetzen. Das oberste britische Gericht, der Supreme Court, beschäftigt sich ab heute mit der Frage, ob Johnsons Entscheidung, das Parlament bis zum 14. Oktober in den Urlaub zu schicken, rechtens war. Das höchste Gericht in Schottland hat die Zwangspause bereits für unrechtmäßig erklärt. Sollte der Supreme Court diese Entscheidung bestätigen, wäre die Suspendierung illegal. Das Treffen mit EU-Kommissionschef Juncker gestern verlief für Johnson schon mal nicht so erfolgreich.

          Und sonst? Verhandelt das EU-Gericht in Luxemburg über den milliardenschweren Steuerbeschluss der Kommission gegen Apple und Irland. Stimmen die Abgeordneten des EU-Parlaments über die Kandidatur der Französin Christine Lagarde für die Spitze der Europäischen Zentralbank ab. Stellt der niederländische König Willem-Alexander anlässlich des traditionellen „Prinsjesdags“ die Pläne der Regierung für das kommende Jahr vor.

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          Gibraltar wählt ein neues Parlament – noch vor dem Brexit-Termin. Die meisten Einwohner sind Briten, wollen aber in der EU bleiben.

          Kritik an Russland: Einsatz für Menschenrechte sei unter Putin lebensgefährlich, mahnt Amnesty International.

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