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Verstorbener Senator : Trump: Habe McCain nie gemocht

  • -Aktualisiert am

Trump äußerte sich in einer Panzerfabrik abfällig über den toten McCain. Bild: AP

Bei seinen Republikanern im Kongress hat Donald Trump zuletzt an Rückhalt verloren. Neue herabwürdigende Äußerungen über eine verstorbene Größe der Partei bringen nun für viele das Fass zum Überlaufen.

          2 Min.

          Angriffe des amerikanischen Präsidenten Donald Trump auf John McCain, den verstorbenen Senator aus Arizona, verstärken die Spannungen zwischen ihm und den Kongressrepublikanern. Trump sagte in einer Rede vor der Belegschaft einer Panzerfabrik in Ohio, er müsse ehrlich sein, er habe McCain nie wirklich gemocht. Er sei als Verteidigungspolitiker seiner Aufgabe nicht nachgekommen.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Der Oberbefehlshaber machte McCain, der vor sieben Monaten an Krebs gestorben war, für die Kriege im Irak und in Afghanistan verantwortlich. Dieser habe kräftig Druck gemacht für jene Waffengänge, die er, Trump, die endlosen Kriege nenne. Doch seiner Aufgabe für „unsere großartigen Veteranen“ sei er nicht nachgekommen. Auch sei er auf der Marineakademie in Annapolis der Schlechteste seines Jahrgangs gewesen. Er habe McCain das Begräbnis ermöglicht, das dieser gewollt habe, fügte Trump mit Blick auf den Staatsakt in der National Cathedral in Washington hinzu. Dafür habe er kein Dankeschön erhalten. Das sei in Ordnung.

          Trump selbst gab einen Hinweis darauf, was ihn zu diesen neuerlichen Angriffen veranlasst hatte: McCain habe „dieses Dossier“, das von der „korrupten Hillary“ Clinton finanziert worden sei, weitergegeben. Schon Anfang der Woche hatte Trump auf Twitter verbreitet, gerichtliche Dokumente lieferten nun den Beweis: McCain habe vor der Präsidentenwahl 2016 ein gefälschtes Dossier an das FBI und die Medien gespielt. Gemeint sind die unbestätigten Informationen, die der frühere britische Geheimdienstagent Christopher Steele zusammengetragen hatte. Demnach sei Moskau im Besitz von kompromittierendem Material über Trump.

          Die Bemerkungen des Präsidenten riefen Empörung unter den Republikanern hervor. Johnny Isakson, ein Senator aus Georgia, nannte sie „beklagenswert“. Der aus Utah stammende Senator Mitt Romney, Präsidentschaftskandidat der Republikaner im Jahr 2012, sagte, er könne nicht verstehen, warum der Präsident einmal mehr einen mutigen Helden verunglimpfe. Romney nahm offenbar Bezug darauf, dass Trump McCain schon im Wahlkampf 2016 herabgewürdigt hatte. Er sagte über den Soldaten, der in Vietnam in Kriegsgefangenschaft geraten war, er möge Helden, die nicht gefangen genommen würden. Lindsey Graham, der Senator aus South Carolina, der eng mit McCain befreundet war, sagte, der Präsident beschädige sich selbst mehr als McCain. Trump hat zuletzt wegen seiner Saudi-Arabien-Politik und der Notstandserklärung an Rückhalt unter den Kongressrepublikanern verloren.

          Rick Santorum, ein früherer Senator aus Pennsylvania, versuchte Trumps Angriffe auf McCain zu erklären: Der Präsident verüble diesem die Weitergabe des Steele-Dossiers, weil er glaube, dass es erst die Einsetzung von Sonderermittler Robert Mueller bewirkt habe – neben der Tatsache, dass sich der damalige Justizminister Jeff Sessions wegen des Vorwurfs der Befangenheit aus der Russland-Untersuchung herausgehalten habe. Die Muller-Ermittlungen überschatten seither Trumps Präsidentschaft.

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