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Attacken im Wahlkampf : Trump bezeichnet Bidens Familie als kriminell

  • Aktualisiert am

Donald Trump deutet Richtung Publikum bei seinem Auftritt in Georgia. Bild: Erik S. Lesser/EPA

Donald Trump versucht Zuversicht zu verströmen, doch seine Umfragewerte und Wahlkampftaktik sprechen eine andere Sprache. Er greift seinen Kontrahenten persönlich an und versucht in alten Hochburgen Mehrheiten zu retten.

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          Amerikas Präsident Donald Trump setzt unter dem Druck absackender Umfragewerte auf schärfere Verbalattacken auf die Familie seines Rivalen Joe Biden. Am Freitag bezeichnete Trump die Bidens bei einem Auftritt in Florida als „eine Familie des organisierten Verbrechens“. Dabei verwies der Amtsinhaber auf Geschäftsbeziehungen von Hunter Biden, dem Sohn seines Gegners, in die Ukraine und nach China.

          Mit Blick auf die Corona-Krise wandte sich Trump zudem direkt an die in Florida stark vertretenen Senioren, unter denen sich laut Umfragen zunehmend Unmut über den Umgang mit der Pandemie breit macht. Er setzte „Himmel und Erde“ in Bewegung, um „unsere Senioren vor dem China-Virus zu bewahren“, erklärte der Präsident. Obwohl die Zahl der Neuinfektionen in ganz Amerika steigt, gab er ein zuversichtliches Lagebild ab. „Wir obsiegen“, erklärte Trump. An die Senioren würden die ersten Impfdosen gegen das Virus gehen, sobald sie fertig seien.

          Trump muss Hochburgen verteidigen

          Neben Florida machte Trump am Freitag Wahlkampf im benachbarten Georgia – beide Staaten muss er aus Sicht von Wahlforschern am 3. November gewinnen, um seine Chance auf eine zweite Amtszeit zu wahren. Dass es ihn am Abend zur besten Sendezeit überhaupt nach Georgia zog, deutet auf den schweren Stand seiner Kampagne in den letzten Wahlkampfwochen hin. Eigentlich hatte Trump auf Zugewinne in den zu den Demokraten tendierenden Staaten gehofft, doch sieht er sich nun offenbar gezwungen, traditionell republikanische Hochburgen zu verteidigen.

          Seit George H.W. Bush im Jahr 1992 hat kein republikanischer Kandidat in Georgia verloren. Diese Woche umgarnte Trump zudem Wähler in Iowa – den Staat hatte er vor fast vier Jahren mit einem Vorsprung von fast 10 Prozent geholt.

          Biden zieht mehr Fernsehzuschauer

          Bei den getrennten, aber gleichzeitigen TV-Auftritten der Kandidaten am Donnerstagabend zog Biden mehr Zuschauer an als Trump. Demnach verfolgten 15,1 Millionen Menschen die 90-minütige Sendung von Biden im Sender ABC. Für Trump und seinen 60-minütigen Auftritt bei NBC entschieden sich 13.5 Millionen. Während der einstündigen Zeitspanne in der beide Präsidentschaftskandidaten gleichzeitig auf Sendung waren führte Biden mit 14,3 Millionen Zuschauern.

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          Ursprünglich sollte am vergangenen Donnerstag das zweite TV-Duell zwischen Trump und Biden stattfinden. Da der mit dem Coronavirus infizierte Trump aber eine virtuelle Debatte ablehnte, sagte man das Streitgespräch ab. Stattdessen wurden beide Kandidaten in getrennten Sendungen befragt. Das erste TV-Duell hatten sich über 73 Millionen Amerikaner angesehen. Das zweite TV-Duell soll kommenden Donnerstag nachgeholt werden.

          Rassisten „inländische Terroristen“

          Den Unwillen von Trumps zur Verurteilung weißer, rassistischer Gruppierungen bezeichnete Biden als „erstaunlich“. Dies seien „inländische Terroristen“ sagte Biden unter Bezug auf einen kürzlich bekannt gewordenen Entführungsplan am Freitag in der Stadt Southfield im Bundesstaat Michigan.

          Biden stand bei seiner Rede neben der Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, einer scharfen Kritikerin von Trump. In der vergangenen Woche waren 13 Extremisten festgenommen worden, die mutmaßlich eine Entführung Whitmers geplant hatten, um einen „Bürgerkrieg“ anzuzetteln.

          „Das ist ein Verhalten, das Sie von Isis erwarten würden“, sagte Biden. Es müsse jeden Amerikaner schockieren. „Das Versäumnis, diese Leute zu verurteilen, ist erstaunlich.“

          Trump hatte in einem Tweet nach dem Bekanntwerden des Plans gegen die Gouverneurin gewettert: „Statt danke zu sagen“ für die erfolgreiche Arbeit des FBI, „behandelt sie mich wie einen weißen Rassisten“.

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