https://www.faz.net/-gpc-6vqmi

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Thüringer Terrorzelle : Vierter mutmaßlicher Terrorhelfer gefasst

  • -Aktualisiert am

An einem Fenster in Johanngeorgenstadt Bild: dpa

Die Polizei hat am Sonntag den Hauptmieter der Zwickauer Wohnung festgenommen, die am 4. November explodiert ist. Er soll den Terroristen durch das Anmieten von zwei Wohnungen geholfen haben.

          Ein mutmaßlicher weiterer Helfer des Zwickauer Terror-Trios ist am frühen Sonntagmorgen im sächsischen Johanngeorgenstadt festgenommen worden. Dem 36 Jahre alte Matthias D. wird vorgeworfen, in Zwickau zwei Wohnungen gemietet und so den drei Mitgliedern des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) beim Untertauchen geholfen zu haben. Matthias D., ein Lastkraftwagenfahrer, war den Ermittlungsbehörden bisher nur als Zeuge bekannt.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Er hatte die Wohnung in der Zwickauer Frühlingsstraße, die am 4. November explodiert war, 2008 gemietet und an das Trio untervermietet – angeblich, ohne genau zu wissen, wer seine Untermieter waren. Er hatte sich selbst bei der Polizei gemeldet. Seit dem 8. Dezember soll ein Haftbefehl gegen ihn vorliegen. Es wird ihm auch vorgeworfen, den Terroristen schon im Jahr 2001 eine Wohnung beschafft zu haben. Außer der Wohnung des Verhafteten wurden zwei weitere Wohnungen im Erzgebirge durchsucht.

          Damit sind jetzt vier mutmaßliche Unterstützer des Terror-Trios inhaftiert. Drei weitere sind im Visier der Ermittler. Zu ihnen gehört offenbar auch die Friseurin Mandy S., deren Wohnung ebenfalls durchsucht wurde. Sie soll der einzig lebenden Terroristin Beate Zschäpe ähnlich sehen. Zschäpe war in den vergangenen Jahren auch als Mandy S. aufgetreten. Ende der neunziger Jahre soll das Trio in der Wohnung eines Freundes der Friseurin in Chemnitz Unterschlupf gefunden haben.

          Mit der Festnahme von Matthias D. führt eine weitere Spur von Zwickau nach Johanngeorgenstadt. Dort lebte auch der in Thüringen festgenommene Andre K., der verdächtigt wird, an dem „Bekennervideo“ der Gruppe mitgewirkt zu haben. Es ist bekannt, dass es in Johanngeorgenstadt seit gut einem Jahrzehnt die sogenannte „Brigade Ost“ gibt. Sie wird als lockere Clique oder auch Stammtisch beschrieben. Offenbar sind aus diesem Kreis junger Männer etliche Rechtsextremisten erwachsen.

          Dem sächsischen Verfassungsschutz scheint dieser Kreis entgangen zu sein, jedenfalls wird er weder im Verfassungsschutzbericht noch in den Äußerungen der vergangenen Wochen ausdrücklich erwähnt. Johanngeorgenstadt, eine Gemeinde mit 4500 Einwohnern unmittelbar an der tschechischen Grenze, leidet unter dem Ruf, ein „braunes Nest“ zu sein. Vor der Wende hat der Uran-Bergbau tiefe Narben ins Stadtbild geschlagen, nach der Wende ist man mit der Sanierung nicht recht vorangekommen. Zahlreiche Einwohner haben den Ort verlassen.

          Ermittlungen gegen NPD-Funktionäre dauern an

          Unterdessen dauern Ermittlungen gegen den Bundes-Organisationsleiter der NPD, Patrick Wieschke an. Wieschke kommt wie der kürzlich verhaftete Ralf Wohlleben aus der Thüringer Neonazi-Szene und war dort bereits in den neunziger Jahren als Anführer einer rechtsextremen „Kameradschaft“ in Eisenach aktiv. Wieschke, der bereits polizeilich vernommen wurde und dessen Wohnung durchsucht worden ist, soll Anfang November der zu diesem Zeitpunkt noch nicht polizeilich gesuchten Beate Zschäpe bei sich Unterschlupf gewährt haben. Der NPD-Spitzenfunktionär leugnet dies.

          Weitere Themen

          Ai Weiwei befürchtet das Schlimmste Video-Seite öffnen

          Hongkong-Konflikt : Ai Weiwei befürchtet das Schlimmste

          Angesichts der Eskalation in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong warnt der chinesische Künstler Ai Weiwei vor einem Blutbad wie bei der Niederschlagung der Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989.

          Eiserner Vorhang, sterbender Gletscher

          F.A.Z.-Sprinter : Eiserner Vorhang, sterbender Gletscher

          Vor 30 Jahren bekam der Eiserne Vorhang in Ungarn erste Risse. Wo der Kampf für die Freiheit auch heute noch ein brandaktuelles Thema ist und warum mit dem Gletscher Ok gar nichts okay ist, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Topmeldungen

          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.