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Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg : Der Hochzeitsgast von der Jagst

Spielt besser Fußball als Messi und Zidane: Philipp Fürst zu Hohenlohe Langenburg Bild: Marcus Kaufhold

Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg ist zur Prinzenhochzeit geladen - als einer von wenigen Deutschen. Der Grund: Einer seiner Vorfahren war mit einer der Schwestern von Philip Mountbatten verheiratet, dem Großvater des Bräutigams.

          Im Januar schrieb die „Times“ einen leicht verächtlichen Artikel über jene, die es nicht auf die Gästeliste der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton schaffen. Da William nicht der Thronfolger sei und seine Hochzeit damit kleiner zu sein habe als die seines Vaters mit Lady Diana Spencer vor 30 Jahren, müsse er gemeinsam mit seiner Braut fast 1000 Gäste streichen. In vielen Fällen sei das nicht so einfach, in manchen schon. Spöttisch fragte das Blatt: „Würde es überhaupt jemandem auffallen, wenn Prinz Philipp von Hohenlohe-Langenburg nicht anwesend wäre?“

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Prinz zu Hohenlohe-Langenburg lacht. „Ganz ehrlich: Ich habe mit der Einladung selbst nicht gerechnet. Gefreut habe ich mich aber natürlich.“ Tatsächlich ist er auch zwei Tage vor dem Großereignis der einzig namentlich bekannte Hochzeitsgast aus Deutschland, der nicht nur an der kirchlichen Trauung, sondern auch am Empfang im Buckingham-Palast teilnehmen darf. Hoch gehandelt wird zwar noch Maximilian Andreas Markgraf von Baden, doch das Haus Baden wollte bislang nicht bestätigen, ob der Neffe von Königin Elisabeths Mann Philip eingeladen ist. Auch Ernst August von Hannover und seine Frau, Prinzessin Caroline von Monaco, könnten zu den Gästen zählen – aber auch das ist noch ein Geheimnis. Dass die drei deutschen Adeligen überhaupt zum engeren Kreis gehören, hat einen gemeinsamen Grund: Einer ihrer Vorfahren, Vater oder Großvater, war mit einer der Schwestern von Philip Mountbatten verheiratet, dem Großvater des Bräutigams.

          Besser als Messi und Zidane

          Philipp Gottfried Alexander Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, Jahrgang 1970, ist seit dem Tod seines Vaters im Jahr 2004 Oberhaupt des Hauses Hohenlohe-Langenburg. Der Schlossherr empfängt im knallroten Pullover, darüber ein zünftiger Leinenjanker. „Das sind Messi und Zidane.“ Seine beiden Labradore hat er nach den Fußballspielern benannt: „Ich bin der einzige, der täglich mit Messi und Zidane Fußball spielt – und besser spielen kann als sie.“

          Mit seinem Cousin, Prinz Charles, teilt er die Passion für Slow Food

          Die Einladung kam per Einschreiben. Inzwischen ist auch ein Zeitplan für den Tag in London auf Schloss Langenburg eingetroffen. Eine Stunde vor der Hochzeit müssen der Prinz und seine Frau ihre Plätze in der Westminster Abbey eingenommen haben. Die Sitzplätze, natürlich auf der Seite der Royals, bieten angeblich auch eine gute Sicht auf den Altar. Das ist nicht selbstverständlich. Viele Hochzeitsgäste müssen in der Kirche die Trauung auf Bildschirmen verfolgen, weil Säulen den Blick auf das Brautpaar versperren. Prinz zu Hohenlohe-Langenburg wird natürlich einen Cut tragen, den Morning Suit, wie sich das am Vormittag zu so einer Hochzeit gehört. „Außerdem steht’s auf der Einladung.“ Einen Cut trug er auch zu seiner Hochzeit vor acht Jahren. Seine Frau hat sich ein Kleid gekauft: „Ich konnte bei so einem Anlass ja schlecht damit argumentieren, dass sie doch schon so viele Sachen im Schrank hat.“

          Ein „annus horribilis“ in einer eiskalten Winternacht

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