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Theaterpläne in Duisburg : Das Loveparade-Unglück auf der Bühne

  • Aktualisiert am

Gedenken an die Katastrophe während der Loveparade in Duisburg Bild: dpa

Am Duisburger Kom’ma-Theater soll im Frühjahr 2020 ein Stück über die Loveparade-Katastrophe aufgeführt werden. Hinterbliebene und Opfer halten nichts davon.

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          Der Regisseur und Theater-Autor René Linke will am Kom'ma-Theater in Duisburg ein Stück über das Unglück während der Loveparade 2010 aufführen. Nach Information der „Rheinischen Post“ erzählte Linke beim NRW-Kinder-und- Jugendtheaterfestival „Spielarten“ von einem neuen Stoff, den das Haus umzusetzen plane und der nicht nur für die Duisburger von großer Bedeutung ist. 21 Menschen kamen bei der Massenpanik ums Leben, jahrelang wurde vor Gericht über Verantwortlichkeiten gestritten.

          Die Theaterchefin Renate Frisch erklärte, das Theater sehe sich in der Pflicht, die Ereignisse um die Katastrophe während der Loveparade auf der Bühne zu verhandeln. Es soll auch um den Umgang einer Stadt mit einem derartigen Trauma gehen.

          Enormer Respekt

          Der Verein Lopa 2010, der sich seit 2013 um Entschädigung und Versorgung der Opfer bemüht, kritisierte die Pläne des Theaters: „Es ist unmoralisch, aus dem schlimmsten Tag der Betroffenen und Hinterbliebenen ein Theaterstück zu kreieren“, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Das Stück von den „Mitverantwortlichen“ finanzieren zu lassen, ohne für eine angemessene Aufarbeitung zu sorgen, sei für die Hinterbliebenen inakzeptabel.

          Das Duisburger Rathaus widerspricht derweil der Darstellung, es gäbe eine städtische finanzielle Unterstützung für das Theaterstück gibt. „Derzeit ist eine Förderung aus städtischen Mitteln nicht vorgesehen“, schreibt die Pressesprecherin Gabi Priem in einer Stellungnahme, „unabhängig davon wird aber sowohl das Haus als auch die Theatergruppe finanziell gefördert.“

          Die Kunstfreiheit sei ein Grundrecht, das dem Schutz künstlerischer Ausdrucksfreiheit diene. „Auch vor diesem Hintergrund dürfte eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Loveparade kein Tabuthema für eine städtische Unterstützung sein.“ Zum Inhalt der aufzuführenden Stücke der freien Theatergruppe gebe es seitens der Stadt Duisburg keine Vorgaben, sie arbeiteten autark und suchten sich ihre Themen und Stücke eigenständig aus.

          Das Kom’ma Theater ist bislang vor allem für seine kleineren Produktionen und sein Kinder-Programm bekannt. Nach Angaben der „RP“ arbeitet es bei der Planung des Stücks mit einem Opferverein zusammen. Die „ganze Mannschaft“ habe enormen Respekt vor der Aufgabe, so Renate Frisch. Aber Theater müsse Fragen stellen. Ein Termin für die Premiere Ende März stand bereits fest.

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