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World Mobil Congress : 41-Megapixel-Kamera, Billig-Smartphones und Verwandlungskünstler

  • Aktualisiert am

Das Nokia 808 hat einen Bildsensor mit 41 Megapixeln Bild: dpa

Noch-Handy-Weltmarktführer Nokia protzt in Barcelona mit einer Super-Kamera und einem günstigen Windows-Smartphone. Asus setzt mit dem Padfone auf eine Kreuzung aus Smartphone und Tablet.

          3 Min.

          Der schwächelnde Handy-Weltmarktführer Nokia will Kunden mit einer Kamera der Superlative in seinen Telefonen und günstigen Windows-Smartphones gewinnen. Das neue Nokia-Modell 808 „PureView“ hat einen Bildsensor mit 41 Megapixeln - mehr als die meisten aktuellen Verbraucher-Kameras.

          Eine spezielle Software soll dafür sorgen, dass die Bilddateien trotz der vielen Bildpunkte kompakt bleiben können: Dabei werde von sieben Pixeln einer ausgesucht. Die „PureView“-Technologie solle in Zukunft in weitere Modelle einziehen, kündigte Nokia am Montag beim Mobile World Congress in Barcelona an.

          Bei Smartphones haben sich 8-Megapixel-Kameras als Standard durchgesetzt. Die Bildqualität einer Digitalkamera hängt allerdings von mehreren Faktoren ab. Die Pixelzahl allein lässt keine Qualitätsaussage zu. Das 808 läuft mit dem betagten Nokia-Betriebssystem Symbian, das einst den Smartphone-Markt dominierte und jetzt als Auslaufmodell gilt.

          Das Lumia 800 und 900

          Ein Jahr nach dem Sprung von Nokia ins Lager von Microsofts Smartphone-Plattform Windows Phone wird jetzt die Strategie der Finnen deutlich. Den teuren Lumia-Smartphones, die mit Apples iPhone oder Top-Modellen mit dem Google-Betriebssystem Android konkurrieren sollen, werden günstige Telefone zu Seite gestellt, um die angestammte Stellung in Entwicklungsländern zu verteidigen. Hier ist Nokia nach wie vor stark - aber mit dem Vormarsch von Rivalen wie Samsung und erwarteten günstigen Android-Smartphones von chinesischen Herstellern wie ZTE steigt die Konkurrenz.

          Nokia tritt dagegen unter anderem mit dem bisher günstigsten Windows-Phone-Telefon Lumia 610 an, das ab 189 Euro verkauft werden soll. Für Deutschland kündigte Nokia allerdings einen höheren Preis an: 259 Euro inklusive Steuern und ohne Vertrag. Auch das Foto-Handy 808 soll hierzulande auf dieser Basis mit 629 Euro deutlich mehr kosten als der angekündigte Grundpreis von 450 Euro.

          Zudem stellten die Finnen in Barcelona mehrere einfache Handys der Serie Asha vor. Die Telefone seien „schneller als viele einfachere Androiden“, verkündete die zuständige Nokia-Managerin Mary McDowell.

          Das Lumia 610 und 710

          Die Kunden anlocken soll auch eine Auswahl an Diensten unter der Dachmarke „Nokia Life“. So kann man zum Beispiel medizinische Fragen bei einem Call-Center loswerden. Außerdem können Asha-Käufer sich in den ersten zwei Monaten kostenlos 40 Spiele des Anbieters Electronic Arts im Wert von 75 Euro herunterladen. Der populäre Messaging-Dienst WhatsApp ist gleich vorinstalliert - ein weiterer Schlag gegen die Mobilfunk-Anbieter, für die SMS-Gebühren eine sehr wichtige Einnahmequelle sind.

          Nokia steht im Smartphone-Geschäft massiv unter Druck. Während Symbian rasant Marktanteile verliert, kamen die ersten Windows-Phone-Geräte der Finnen Mitte November auf den Markt. Bis Jahresende wurde knapp eine Million Lumia-Smartphones verkauft. Das reichte zwar auf, um größter Windows-Phone-Hersteller zu werden - die Microsoft-Betriebssysteme hielten am Smartphone-Markt aber auch danach noch einen Anteil von weniger als zwei Prozent. Analysten rechnen damit, dass es einige Jahre dauern könnte, bis sich die beiden Partner spürbare Marktanteile erkämpfen können. Nokia und Microsoft betonen aber, einen langen Atem zu haben.

          Kombination aus Tablet und Smartphone

          Asus setzt auf eine Kreuzung aus Smartphone und Tablet - und beschreitet damit neue Wege im Mobilfunkmarkt. Der Verwandlungskünstler mit dem Namen Padfone soll im April auf den Markt kommen, kündigte Jonney Shih, Chef des taiwanischen Unternehmens auf dem Mobile World Congress in Barcelona an.

          In Deutschland werde das Padfone voraussichtlich wenige Wochen später, aber noch im zweiten Quartal erhältlich sein, sagte Asus-Sprecher Holger Schmidt. Im Januar war das Padfone auf der CES in Las Vegas zur besten Innovation der Consumer-Elektronics-Messe gekürt worden - obgleich von der Neuentwicklung erst wenig zu sehen war.

          Alles in einem oder nichts für alle? Das Padfone von Asus

          Das Padfone ist eine Neuerfindung, bei der ein Tablet mit einem an der Rückseite angebrachten Smartphone kombiniert wird. Dabei dient das Tablet als Akku, Dockingstation und Display-Vergrößerung. Die komplette Rechenleistung stecke dabei im Smartphone, erklärte Schmidt. Die Akkulaufzeit sei um ein vielfaches länger als bei herkömmlichen Geräten.

          Das Tablet lässt sich auch mit einer Tastatur verbinden, die das Gerät in ein Notebook verwandelt. Optional gibt es einen Stift, mit dem auf dem Display geschrieben werden kann oder über ein integriertes Mikrofon Telefonate geführt werden können.

          Eine Version, die den schnellen Mobilfunkstandard LTE unterstützt, werde im dritten Quartal des laufenden Jahres in den Handel kommen, sagte Shih.

          Das Gerät läuft mit dem neusten Android-Betriebssystem „Ice Cream Sandwich“ und ist mit dem leistungsfähigen Chip Snapdragon S4 von Qualcomm ausgestattet. Das Mobilteil hat ein 4,3 Zoll (knapp 11 cm) großes Display. Ein Preis für die Kombi-Erfindung wurde zunächst nicht genannt.

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