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Wohin mit der Milch? : Kaffeeklatsche

  • -Aktualisiert am

Die Lattissima streikt in ebenso zuverlässigen Abständen wie die Piloten der Lufthansa. Schuld ist der Milchbehälter. Der steht bei der neuen Nespressomaschine nun nebendran. Wird das helfen?

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          Die Antwort auf die Frage, warum Nespresso zu diesen Festtagen kapselige Kaffeemaschinen mit beigestelltem Milchaufschäumer bewirbt und nicht das Ein-Knopfdruck-macht-alles-Topmodell mit integriertem Behälter, steht auf dem heimischen Küchentisch. Der automatische Alleskönner trägt den vielversprechenden Namen Lattissima Pro, ist vom Premiumhersteller De Longhi, kostet ein Vermögen und treibt die nach eigenen Angaben nur unterdurchschnittlich abhängige Kaffeetrinkerin im Hause in den Wahnsinn. Drei Tassen am Tag sind keine Menge, die ein Pro-Gerät an den Rand der Funktionsfähigkeit bringen sollte.

          Doch die Lattissima streikt in ebenso zuverlässigen Abständen wie die Piloten der Lufthansa. Schuld ist die Milch, die dem direkt an das Gehäuse angedockten Behälter per Schlauch entnommen und über Düsen dem Kaffee zugefügt wird. Das Ergebnis ist, so es gelingt, recht ansehnlich und geschmackvoll. Sensible Naturen meinen, der Milchschaum führe eine Spur Wasserdampf mit, doch das ist von untergeordneter Schwere. Ärgerlicher sind die Verstopfungsprobleme, die auch dann auftreten, wenn beständig und penibel alle zerlegbaren Teile mit Tuch und Nadel gereinigt werden. Mehrmals war die Maschine beim Service, in der Zeit bringt Nespresso stets ein einfacheres Ersatzgerät, so wie wenn man Mercedes-Benz S-Klasse fahren und während des Werkstatttermins einen Smart bekommen würde. Das immerhin kostenlos. Hinzu addieren sich Wartezeiten in den Warteschleifen, das Abpassen des Paketboten, die gutgemeinten Ratschläge der telefonischen Helpline. Die Lattissima Pro ist schon die zweite Zicke ihrer Art, die Vorgängerin war noch anfälliger, jetzt ist es genug.

          Unterm Weihnachtsbaum lag, man ist ja markentreu(doof?), eine Nespresso der jüngsten Baureihe mit an der Seite parkendem Milchaufschäumer. Umständlicher zu bedienen zwar, aber wiederum stilvoll zubereitet, günstiger und mit simplerer, hoffentlich zuverlässigerer Technik. Für allfällige weitere Schaumschlägerei steht ihr das geschmackvolle Pendant von WMF zur Seite. Das Duo gibt der Pro nun contra. Und der Haussegen hängt rechtzeitig zum Fest wieder gerade.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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