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Michael Spehr (misp.)

„Wir sind Einzelfall“ : Hat O2 ein Problem?

  • -Aktualisiert am

Das Motto der „Occupy-Wall-Street“ Bewegung lautet „Wir sind 99 Prozent“. Unter den Kunden des Mobilfunanbieters O2 hat sich nun auch eine Protestbewegung gebildet. Ihr Schlachtruf: „Wir sind Einzelfall".

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          „Wir sind Einzelfall", nennt sich eine spannende Initiative von Kunden des Netzbetreibers O2. Es geht um gestörte Datenverbindungen, um Gesprächsabbrüche und verspätet zugestellte SMS in den Großstädten. Also eben dort, wo die Funkversorgung am besten ist und ein jung gebliebenes O2-Publikum seine besondere Nähe zum Internet pflegt und twittert, was das Zeug beziehungsweise das Netz hält.

          O2 wiegelt solche Beschwerden immer wieder ab. Es seien besagte „Einzelfälle“, „zeitweise Störungen" und „örtlich begrenzte Phänomene". Nun kann man sich auf der Internetseite www.wir-sind-einzelfall.de kollektiv beschweren.

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          Langsame oder plötzlich abbrechende Datenverbindungen gibt es jedoch in allen Mobilfunknetzen. Die Erwartung, dass ein Funknetz eine ähnliche Stabilität wie ein leitungsgebundenes aufweist, ist überzogen. Es gibt natürliche Schwankungen der Qualität, abhängig vom Aufenthaltsort, vom Wetter, von der Netzlast in der jeweiligen Funkzelle und vielen anderen Faktoren. Man kann es dabei belassen.

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          Die von O2-Kunden zusammengestellten Daten zeigen allerdings in eine andere Richtung. Einige Nutzer weisen darauf hin, dass bestimmte Effekte reproduzierbar sind: Die Datenverbindung bricht ab, baut sich nach dem Ein- und Ausschalten des Geräts für einige Minuten wieder auf - und verschwindet so schnell, wie sie gekommen ist. Unabhängig vom jeweiligen Gerät.

          Die Probleme häufen sich in Berlin und Hamburg. Kunden, die jahrelang zu Hause oder im Büro keinen Anlass zur Klage hatten, sind plötzlich von jedweder Kommunikation abgeschnitten. Das alles sind wohl doch keine Einzelfälle, sondern strukturelle Probleme, wie auch die zahlreichen Diskussionsbeiträge auf Google+ und in anderen sozialen Netzen zeigen.

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          Interessanter Nebenaspekt: Mit diesem „Crowdsourcing“ übernehmen engagierte O2-Kunden so etwas wie die Qualitätssicherung für den Netzbetreiber. Die Dynamik des Internets macht's möglich. Nur müssen dann auch entsprechende Reaktionen rasch folgen.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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