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Winterkorn und Hyundai : Warum kann's der?

  • -Aktualisiert am

Martin Winterkorn, Vorsitzender von VW, vermisst auf der IAA den Hyundai i30. Er greift unter das Lenkrad, öffnet den Hebel zu dessen Verstellung und ruft „Warum kann’s der? Da scheppert nix.“

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          Wie sich die Zeiten ändern. Früher haben sich die Besucher von Automessen immer (mitleidig lächelnd) gewundert über die Schar asiatischer Entwickler, die mit Maßbändern in und unter die deutschen Autos gekrochen sind und jeden Winkel vermessen haben. Heute setzt sich Martin Winterkorn, der Vorsitzende von VW, auf der IAA in den Golf-Gegner Hyundai i30 und lässt sich ein Maßband reichen. Vermessen wird der Abstand zwischen Außenspiegel und A-Säule, sein Blick fällt über das Armaturenbrett ("der macht dasselbe wie wir"), seine düstere Miene verfinstert sich weiter. Was wohl vor allem damit zu tun hat, was Winterkorn schon seit längerem verkündet: Den Südkoreanern Hyundai und Kia gilt besondere Wachsamkeit.

          Winterkorn greift unter das Lenkrad, öffnet den Hebel zu dessen Verstellung, ruft (ohne Anrede oder Bitte "Bischoff!") seinen Chefdesigner herbei, betätigt den leichtgängigen, soliden Hebel abermals und fragt: "Warum kann's der? Da scheppert nix. BMW kann's nicht, wir können's nicht." Ein Mitarbeiter aus der Entourage versucht eine Verteidigung. "Wir hatten ja mal eine Lösung, die war aber zu teuer." Winterkorn antwortet nicht, fragt noch einmal: "Warum kann's der?" Dann streicht seine Hand über die Verkleidung der A-Säule. Wer einmal die elegant verarbeitete des VW Polo gesehen hat, weiß, warum ihn das interessiert. Seine Laune scheint nicht besser geworden zu sein, als er aus dem i30 wieder aussteigt. Winterkorn verlässt den Stand, und Hyundai wird über den Tag hinaus in Wolfsburg präsenter sein als über das Filmchen auf Youtube, in dem diese Autoszene festgehalten ist.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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