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Haus und Wohnung : Wie man sich effektiv gegen Einbrüche schützt

Mechanische Sicherung der Außenhaut ist das Wichtigste“, sagt Thomas Tauber von der Polizeilichen Beratungsstelle Westhessen. Türen und Fenster müssen möglichst lang Widerstand leisten, dann lässt der Einbrecher in der Regel ab. Manche aber sind hartnäckig: „Wir sehen Türen, da sind 30 bis 40 Ansätze mit dem Hebelwerkzeug dran.“ Viele Menschen denken an die Sicherung von Keller und Erdgeschoss und vernachlässigen den ersten Stock. Aber Einbrüche, bei denen die Verbrecher auf Garagen steigen, an Dachrinnen hochklettern oder Kinder auf den Balkon heben, nehmen zu.

Somfy trickst genial mit Licht und Läden
Somfy trickst genial mit Licht und Läden : Bild: Somfy

Eine Hürde ist die richtige Scheibe. „Dreifachverglasung, eventuell mit Durchwurfhemmung, ist nicht nur Wärme- und Schallschutz, sondern auch Einbruchschutz“, sagt Matthias Henrich vom gleichnamigen Glasbau in Hofheim am Taunus. Es gebe Einbrecher, die versuchten, solche Scheiben einzuschlagen, doch die meisten scheuten die Verletzungsgefahr - DNA-Spuren sind für die Polizei ein Trumpf. Gleichwohl versuchen Täter, Löcher ins Glas zu schneiden und den Griff umzulegen oder ihn auszuhebeln, weshalb die Fachleute abschließbare Tür- und Fenstergriffe empfehlen - Schlüssel abziehen nicht vergessen. Fenster und Fenstertüren sollten mit möglichst vielen Pilzzapfen gesichert sein, an modernen Terrassentüren rasten bis zu 11 Stück ein. In der Regel sind Fenster ab Baujahr 1990 austauschfähig. Eingangstüren sollten seitlich, oben und unten verriegeln. Als erstrebenswert gilt DIN EN 1627 und Widerstandsklasse RC 2. „Da kommt der Otto-Normal-Einbrecher nicht rein“, sagt Glasbauer Henrich. Und Polizist Tauber ergänzt: „Man sollte regelmäßig kontrollieren, ob die Bolzen vollständig einrasten. Bienen, Staub oder Fett verhindern das bisweilen. Dann ist die Verriegelung anfällig.“ Dachfenster sind ein Fall für sich. Sie sind konstruktiv bedingt schlechter gesichert, allerdings muss der Einbrecher nach außen hebeln und hat auf der Schräge schlechten Stand, was er wenig mag.

Falschalarm sollte vermieden werden

In jedem Fall lohnt es sich, auf den Fachbetrieb zu hören. Die Polizeilichen Beratungsstellen stehen ebenso zur Seite, ihre Mitarbeiter begutachten nach Terminvereinbarung das Haus. Dann kommt die Sprache auch auf Gitter. Ihre Stäbe sollten höchstens 12 Zentimeter auseinanderliegen und einen handelsüblichen Wagenheber aushalten. Niemand sollte glauben, durch kleine Löcher komme keiner durch. „Wir haben junge Täter. Es ist unvorstellbar, durch welche Öffnungen Kinder passen“, warnt die Polizei. Rollläden sind Fluch und Segen. Sie erschweren den Einbruch, weil sich elektrisch betätigte Läden kaum oder speziell verriegelte nicht hochschieben lassen. Andererseits verraten tagsüber geschlossene Rollläden leer stehende Häuser oder Wohnungen. Der geschulte Freitagabendkrimi-Hobbykommissar denkt, Diebe hörten Taxifunk ab oder spionierten Passagierlisten von Fluggesellschaften aus. Das ist nach Erkenntnissen der Polizei selten der Fall. Meist fahren die Banden durch die Straßen und entdecken ihre Beute spontan. Hier kommen einfache Gegenstände aus der Abteilung Tricksen, Tarnen, Täuschen ins Spiel. Zum Beispiel Fake-TV. Das Gerät kostet 25 Euro und simuliert über LED einen laufenden Fernseher. Im Obergeschoss eingesetzt, lässt die kleine Kiste Zweifel aufkommen.

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