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Weltneuheit von Black + Decker : Akkuschrauber mit Gefühl

Wer es sich einfach machen will oder nicht viel Erfahrung hat, dem hilft moderne Elektronik wie die des Auto Sense ASD 18K Bild: Lukas Weber

Eine echte Innovation von Black + Decker: Der Akkuschrauber Auto Sense dreht alle Schrauben gleichmäßig ins Holz - eine praktische Hilfe für Hobbyhandwerker.

          3 Min.

          Ein einfaches Regal aus Fichtenholz zu basteln kann doch nicht allzu schwer sein. Dazu braucht man, nebst den gehobelten Brettern aus dem Baumarkt, ein paar Schrauben und am besten einen Bohrschrauber mit Akkubetrieb, das macht unabhängig von der Steckdose. Groß ist dann der Ärger, wenn wegen falsch eingestellten Drehmoments die Spax zu tief versenkt wird - das sieht nicht nur hässlich aus, das Holz kann auch splittern.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Heimwerkern, denen die Erfahrung fehlt, und allen anderen, die es sich einfach machen wollen, hilft in solchen Fällen künftig die moderne Elektronik weiter. Der Werkzeughersteller Black + Decker (das kaufmännische „&“ zwischen den Namen fiel dem neuen Markenauftritt zum Opfer) hat jetzt einen Akkuschrauber namens „Auto Sense ASD 18K“ vorgestellt, der ganz ohne Einstellmöglichkeiten auskommt und dennoch alle Schrauben gleichmäßig versenken soll. Ein integrierter Mikroprozessor erkennt, wenn ein höheres Drehmoment abgerufen wird, weil der konisch erweiterte Schraubenkopf auf das Material trifft, und stoppt das Werkzeug. Das hört sich einfach an. Nach Auskunft des Herstellers waren aber zwei Jahre Entwicklung und fast 25 000 eingedrehte Schrauben bis zur Marktreife notwendig.

          Im August geht der Schrauber in den Verkauf

          Das ist also eine rechte Innovation. Wir haben uns deshalb ein Vorabexemplar besorgt - Verkaufsstart ist im August - und einige Stunden damit herumgeschraubt. Zunächst fällt das neue Design der Marke in apartem Schwarz mit Rot auf und dass der ASD 18K für einen Akkuschrauber mit 18 Volt ungewöhnlich kompakt ist: Da die mechanische Drehmomentkupplung entfällt, kommt er mit 168 Millimeter Länge und einem Gewicht von 1230 Gramm (mit Akku 1,5 Ah) aus. Das Schrauben ist im ersten Moment nicht ungewöhnlich, aber statt des ratschenden Geräuschs herkömmlicher Schrauber, wenn das gewählte Drehmoment erreicht ist, stoppt der Auto Sense abrupt. Man muss sich zwingen, am Drücker zu bleiben, denn kurz darauf geht es weiter. Im Abstand von etwa einer halben Sekunde ruckelt sich der Schrauber jeweils eine Viertelumdrehung voran.

          Black + Decker nennt das Feinjustierung, denn das Gerät schaltet nicht ab, wenn die Schraube bündig versenkt ist, sondern kurz vorher. Holz ist kein homogenes Material, deshalb kann es sein, dass unterschiedlich viele Viertelumdrehungen notwendig sind, bis das Ziel erreicht ist. Das Gefühl ähnelt jenem, das man mit einem Schlagschrauber hat, nur langsamer. Wir empfanden den Zeitabstand der Impulse gerade richtig. Mit dem Daumennagel am Kopf lässt sich erfühlen, ob die Schraube tief genug sitzt, dann lässt man los. Es geht natürlich auch mit einem guten Augenmaß, dabei hilft die LED-Leuchte im Fuß etwas. In Holz funktioniert das famos, man darf nur nicht den Finger vom Abzug nehmen - ein Anfängerfehler. Denn nochmaliges Drücken startet den Vorgang neu, die Elektronik interpretiert aber den dann schon erhöhten Widerstand als normal und jagt die Schraube ungebremst durchs Holz.

          Höhere Schwierigkeitsgrade ergeben sich, wenn unterschiedliche Materialien zusammengeschraubt werden sollen. Dann stoppt das Gerät pflichtgemäß, sobald es einen höheren Widerstand fühlt. Bis kurz vor dem Auftreffen des Schraubenkopfes auf das Werkstück macht das nichts; es wird einfach neu gestartet - die Zeit reicht der Elektronik, sich wieder zu justieren, um zu erkennen, wann sie den Vorgang beenden soll. An seine Grenzen stößt das elektronische Feingefühl aber anscheinend, wenn mit relativ weichen Werkstoffen gearbeitet wird. Wir haben zusätzlich mitteldichte Faserplatten damit verschraubt. Das ging fast immer so gut wie mit Holz, aber in zwei Fällen von rund hundert Schrauben - nicht reproduzierbar - hat der Widerstand der Oberfläche offenbar nicht ausgereicht.

          Gleichmäßige Verschraubung auch mit wenig Übung

          Bevor der Benutzer reagieren kann, treibt der Auto Sense dann die Spax tief in die Platte. Der Akkuschrauber ist dafür nicht gemacht, aber versuchsweise haben wir auch ein paar Muttern (M6) damit festgezogen. Das geht, allerdings sollte man rechtzeitig loslassen: Der Auto Sense ist mit einem Drehmoment von 28 Nm spielend in der Lage, das Gewinde zu überdrehen.

          Bohren lässt sich mit dem ASD 18K wie mit jedem anderen Bohrschrauber, dafür wird einfach eine Taste an der Oberseite gedrückt. In Holz sind maximal 25, in Stahl 10 Millimeter Durchmesser möglich. Die Leerlaufdrehzahl lässt sich von 0 bis 800/min stufenlos regeln. Im Dauerbetrieb mit voller Drehzahl, aber wenig Widerstand lief der Auto Sense eine gute Stunde. In der Praxis lässt sich ein Nachmittag lang schrauben, bis der Lithium-Akku leer ist, der Ladezustand wird am Gerät angezeigt. Bis die 1,5 Ah wieder voll sind, vergehen knapp zwei Stunden.

          Mit Koffer, Ladegerät und einem Akku soll der ASD rund 140 Euro kosten, mit einem zweiten Akku steigt der Preis auf 180 Euro. Dafür erhält man ein kräftiges und kompaktes Werkzeug, das mit wenig Übung gleichmäßige Verschraubungen ermöglicht.

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