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Schlusslicht : Weicheier im Winter

Klimaschutzaktionen, auch wenn die Bedingungen widrig sind: Greta Thunberg Bild: AFP

Klima retten ist in. Aber kaum regnet es, entlarven sich die Schönwetterkapitäne. Da fliegen wir doch lieber in Weihnachtsurlaub, falls die Security uns lässt.

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          Eins muss man den Eltern von Greta Thunberg lassen: Sie schicken ihre Tochter auch auf Klimaschutzaktionen, wenn die Bedingungen widrig sind, und dulden keine weinerlichen Befindlichkeiten. Viele Claqueure sind da wohl anders, oder wie sonst ist zu erklären, dass Mitte der Woche in Deutschland der Straßenverkehr zusammengebrochen ist? Kaum hat es Temperaturen um den Gefrierpunkt und ein wenig nasskalten Schneefall, schon wird aus dem schrecklichen Auto ein begehrtes Gut. Da drängt sich der Verdacht auf, dass medial auf politischer und gesellschaftlicher Ebene der ein oder andere Schönwetterkapitän unterwegs ist.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Wir stehen ja zum Individualverkehr, wollten allfällige Anwürfe aber nicht ungeprüft auf uns sitzenlassen, weshalb auch wir unser Kind als Klimaschutzaktivist auszubilden versuchen. Es fährt seit Monaten mit der S-Bahn zur Universität und weiß jetzt, dass probieren über studieren geht. 80 Prozent seiner Bahnen seien unpünktlich, sagt der junge Mann, und kürzlich fiel mal wieder eine ganz aus, weswegen er 30 Minuten im Winterwind auf dem Bahnhof fror, was ihm auf das Gemüt geschlagen ist. Jetzt will er zumindest zu Klausuren mit dem Auto fahren, was wir missbilligen. Da soll er doch besser mit der Hochschule aufhören.

          Wir haben jetzt aber Wichtigeres zu tun, wir müssen uns auf unsere Flugreise im Winter gut vorbereiten. Dazu fordert Fraport in einem Rundschreiben auf, der Betreiber des Flughafens Frankfurt. Schnuckelige zweieinhalb Stunden vor Abflug solle der Passagier anreisen, wird empfohlen. Statt seine Kundschaft mit rekordverdächtigen Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle zu drangsalieren, könnten Innenminister Seehofer und seine Bundespolizei, Fraport und die Lufthansa womöglich mehr Kontrollstellen öffnen. Ist nur so ’ne Idee. Oder ein Wunsch zu Weihnachten.

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