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Frank-Holger Appel (hap.)

Automessen : Weckruf aus Brüssel

  • -Aktualisiert am

Aus dem Jahresauftakt in Brüssel kann man einiges lernen: Die Automesse IAA gehört zurück auf ein vernünftiges Maß, zurück in Messehallen, zurück nach Frankfurt.

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          In der vergangenen Woche fand die Automesse in Brüssel statt. Die ist, die war traditionell eine international unbedeutende Veranstaltung zu Jahresbeginn, vor Ort jedoch von einigem Interesse, weil als Verkaufsmesse konzipiert und somit für zahlreiche Abschlüsse vor allem mit der Flottenkundschaft gut. In diesem Jahr findet freilich der an sich bedeutende Salon in Genf im März nicht statt, und so hat Brüssel alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Man konnte vor Ort einiges lernen. Es waren mehr Hallen gefüllt als erwartet, alle Marken von Rang und Volumen zuzüglich einiger aufstrebender chinesischer Hersteller haben ausgestellt. Die Stände waren eher nüchtern gehalten, kein sündhaft teures Brimborium, das Auto rückt so wieder in den Mittelpunkt. Dort ist es bestens aufgehoben, das Interesse der Zuschauer war hoch.

          Es zeigt sich: So wie die Menschen nach Corona wieder in Konzerte gehen, wieder Flugreisen buchen und wieder in Skihütten feiern, so leben totgesagte Messen wieder auf. Ob sie zu jener Show anwachsen, die sie früher mal waren, muss sich zeigen, der Abgesang jedenfalls war zu früh. Für die deutsche Leitmesse IAA ist das von besonderer Tragweite. Sie war an ihrem Stammstandort Frankfurt ausgeufert, zu aufwendig, zu teuer. Die in Blues-Stimmung getroffene Entscheidung, sie nach München zu verlagern und dort über das Stadtgebiet zu streuen, um irgendwie näher an den Menschen zu sein, war schon damals fragwürdig, gezündet hat sie nicht. Die Münchener Bevölkerung fremdelt, das Konzept ist konturlos, der Versuch sollte abgebrochen werden, bevor andere die Lücke füllen oder enteilen. Die IAA gehört zurück auf ein vernünftiges Maß, zurück in Messehallen, zurück nach Frankfurt.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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