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Leichtkrafträder : Die Vergessenen

  • -Aktualisiert am

Nicht die Kleinen übersehen: Motorroller und Leichtkrafträder spielen in den Debatten über urbane Mobilität unverständlicherweise kaum eine Rolle. Bild: REUTERS

Die Verkehrsdiskussionen drehen sich um alles Mögliche, um Busse, Bahnen, Fahrräder, Tretroller, Autos und das Zufußgehen. Haben wir da nicht etwas vergessen?

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          Deutschland ist kräftig losgerollert, nachdem am 1. Januar 2020 der B196-Führerschein eingeführt wurde. Seitdem dürfen Autofahrer Motorroller und Leichtkrafträder bis 125 Kubikzentimeter Hubraum mit höchstens 15 PS bewegen, ohne eine zusätzliche Prüfung zu absolvieren. Voraussetzung: Mindestalter 25, fünf Jahre Besitz des Autoführerscheins Klasse B, 13,5 Stunden Theorie und Praxis in einer Fahrschule. Die 125er-Erlaubnis, die vergleichbare Elektrofahrzeuge einschließt, wird durch Eintragung der Schlüsselzahl 196 zur Klasse B dokumentiert, daher der Name.

          Das Vergnügen ist kein billiges. Wer mit 500 Euro davonkommt, kann sich glücklich schätzen, 800 Euro sind noch nicht das obere Ende. Trotzdem haben in den ­vergangenen zwei Jahren mehr als 130.000 Autofahrer die Möglichkeit zum Erwerb des B196 genutzt, wie neulich das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Unmittelbare Folgen: Druck auf den Gebrauchtmarkt, sprunghafter Anstieg der Zahl der Neuzulassungen. Der betrug 2020 für Leichtkrafträder plus 82 Prozent auf knapp 34.000 Stück, für Roller plus 108 Prozent auf mehr als 31.000 Einheiten. Dieses Niveau wurde 2021 ungefähr gehalten, in den ersten Monaten 2022 ging es abermals mächtig aufwärts mit Steigerungsraten von zirka 30 Prozent.

          Umso erstaunlicher ist es, dass diese leichten, platzsparenden, sparsamen Fahrzeuge in den Diskussionen um urbane Mobilität nach wie vor keine Rolle zu spielen scheinen. Das wird unter anderem daran deutlich, das Zweirad-Stellplätze in Innenstädten hierzulande eine Rarität darstellen. Niemand möchte mit seiner Vespa einen Autoparkplatz blockieren, wer sie aber woanders hinstellt, tut oft etwas Unerlaubtes und muss auf Duldung hoffen. Merkwürdiger Zustand.

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

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