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Volvo ohne neue Dieselmotoren : Fitnessinjektion

  • -Aktualisiert am

Das innovative Design, das Volvo derzeit aufweist, ist nur die eine Seite des schwedischen Dieselmotors. Holger Appel erklärt, warum der Verzicht auf Dieselmotoren kein Schritt nach vorn ist.

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          Von Volvo lernen heißt siegen lernen. Kürzlich meldete diese Zeitung nach einem Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden, der Autohersteller werde keinen neuen Dieselmotor mehr entwickeln. Das wurde in der aufgeheizten Lage als Vorwärtsstrategie empfunden, obwohl die Entscheidung eher eine Kapitulationserklärung ist. Volvo hat schon lang keine profunde Dieselkompetenz mehr. Jetzt ereilt die staunende Öffentlichkeit die Meldung, Volvo werde von 2019 an nur noch Elektroautos bauen und sich vom Verbrennungsmotor verabschieden. Jedenfalls kommt die Botschaft so bei den Menschen an.

          Das ist Unsinn. Tatsächlich will Volvo, wie andere Hersteller auch, seine Antriebe elektrifizieren, also solche anbieten, die in der ein oder anderen Form elektrische Hilfsarbeiter beschäftigen. Damit kann man elektrisch ein- und ausparken oder bestenfalls 40 Kilometer weit mit Strom fahren. Alles Bemühen zielt darauf, den gegenüber dem Diesel ineffizienteren Benziner auf ähnliche Verbrauchswerte zu drücken. Und weil Volvo aus Gründen des begrenzten Budgets nur vergleichsweise müde Vier- oder Dreizylinder anbietet, sind Fitnessinjektionen unabdingbar. Volvo besticht derzeit durch mitreißendes Design, aber einen Vorsprung durch Technik haben die Schweden wahrlich nicht.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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