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Schlusslicht : Nichts geht mehr

Lange Leitung: In der Warteschleife der Lufthansa ist Geduld gefragt. Bild: Holger Appel

Vier Stunden zum Einchecken, viereinhalb Stunden in der Warteschleife, der Neuwagen kommt gar nicht. Rien ne va plus, aber das gilt natürlich nur im Roulette.

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          Soweit bekannt, findet an diesem Wochenende keine Bundestagswahl statt. Insofern könnte in der Hauptstadt mal was Alltägliches klappen, zum Beispiel das Einchecken am Flughafen. Dabei gab es in der vergangenen Woche bekanntlich die ein oder andere Unmutsäußerung von Passagieren, nur weil sie drei Stunden warten mussten. Was wir kleinlich finden. Jeder weiß, dass der Flughafen BER nach neuesten Erkenntnissen optimal errichtet worden ist, an der Funktionalität kann es also nicht liegen. Selbst schuld, wer heutzutage noch fliegen will. Und womöglich auch noch in den Herbsturlaub, unerhört. Eine Lösung ist gefunden. Man hätte mehr Personal bereitstellen können oder mehr Schalter öffnen, aber so geht es natürlich auch: Die Lufthansa empfiehlt für dieses Wochenende die Anreise vier Stunden vor Abflug.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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          Mit solchen Zeiten kennt sich die Premiumairline aus. Der Versuch, einen Flug umzubuchen und, recht außergewöhnlich, noch einen Sitzplatz zu reservieren, soll im Internet möglich sein. Dort wird indes auf die Hotline verwiesen, die bei Anruf automatisch bittet, die Umbuchung im Internet vorzunehmen. Wer wiederholt anruft und hartnäckig in der Leitung bleibt, erreicht schon nach zweieinhalb Stunden Warteschleife eine freundliche Lufthanseatin, in diesem Fall in Kanada. Und flugs nach weiteren zwei Stunden ist das Anliegen erledigt. Viereinhalb Stunden Hotline, nicht übel. Systemprobleme, sagt die Dame.

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          Die scheint es auch an anderer Stelle zu geben. Der neu bestellte BMW, teilt BMW mit, komme nach monatelanger Wartezeit „entweder ohne das gewünschte Head-up-Display oder gar nicht“. Derweil steigen die Benzinpreise in den Himmel. Und die Preise für Strom explodieren, was den sie dann wohl liefernden neuen Atomkraftwerken in Frankreich bitte erspart bleiben möge. Rien ne va plus, aber das gilt natürlich nur im Roulette.

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