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VW Bus als Reisemobil : Mit Fug und Recht ein Multitalent

  • -Aktualisiert am

Der VW T5 ist nach wie vor das Wunschauto vieler Caravaner Bild: Schramm

Aus einem VW Bus ein Reisemobil zu machen, gleicht fast der Quadratur des Kreises. Aber es gibt immer wieder neue Ansätze, und ein besonders gelungener ist der Reimo Multistyle.

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          Reimo traut sich was: Kurz vor dem Verkaufsstart steht ein Mobil mit Aufbau in Monocoque-Bauweise, das erste überhaupt, das bei Reimo nichts mit ausgebauten Transportern zu tun hat. In dieser Sparte ist der Spezialist für Bausätze und Zubehör aber nach wie vor gut im Geschäft. Außer Selbstausbauern zählt er immer mehr Kunden, die ein fertiges Mobil haben wollen, weil sie weder Zeit und Lust noch die Kenntnisse haben, um sich eins selbst zu bauen, aber dennoch ganz eigene Vorstellungen mitbringen. Sie können sich bei Reimo aus einem riesigen Baukasten ihr Fahrzeug zusammenstellen und es sich in der hauseigenen Werkstatt in Egelsbach buchstäblich auf den Leib schneidern lassen. Reimo baut alles aus, was Transporter heißt, aber angefangen hat es mit dem VW-Bus, den das Unternehmen in den vergangenen 30 Jahren in unzähligen Varianten ausgebaut hat und für den einem Reimo-Entwickler immer noch etwas Neues einfällt.

          Denn der VW T5 ist nach wie vor das Wunschauto vieler Caravaner, aber nicht jeder wird mit den von VW selbst angebotenen Typen glücklich, vor allem, wenn er eine Toilette an Bord haben will. Das ist eine echte Herausforderung. Die Reimo-Konstrukteure haben sie gemeistert und gleich noch eins draufgesetzt: Sie haben im Multistyle sogar noch zwei Einzelbetten untergebracht.

          Dass ein ausgebauter VW-Bus ein Kompromiss sein muss, ist klar, aber es gibt gute und schlechte Kompromisse. Der Multistyle ist ein besonders guter, zumindest für die Menschen, die genau diese beiden Einrichtungswünsche haben. Es gibt eine Version mit kurzem und eine mit langem Radstand, wir waren mit der langen unterwegs und würden auch immer dazu raten, denn anders neigt sich die Waage der Kompromisse doch allzu deutlich ins Minus.

          Reimo Multistyle

          Das Konzept: Ein T5 mit aufstellbarem Dach, Platz für vier Personen, die auf jeweils hintereinander angeordneten Spezialsitzen (Eigenentwicklung) reisen. Die Sitze werden zu Einzelbetten umgebaut, dazu gibt es ein Dachbett (für Kinder) und einen sage und schreibe 1,40 Meter breiten Küchenblock links und auf der anderen Seite ein Kleiderschrank nebst einem Toilettenräumchen. Das ergibt sich, wenn man dessen Tür nach außen faltet und somit das Heck vom Wohnraum - wenigstens optisch - trennt. Es ist alles an Bord, was man braucht. Aber es ist nicht immer alles mit einem Handgriff zu erreichen. Dafür braucht es einige Griffe, um die nötigen Umbaumaßnahmen zu bewältigen, aber mit ein bisschen Üben sitzt bald jeder.

          Ist man mit dem Multistyle am Ziel, hebt man als erstes das Dach. Im Gegensatz zu vielen anderen Aufstelldächern wird es vom Heck her gehoben, weil hier Küche und Sanitärzelle installiert sind und Stehhöhe gebraucht wird. Von hier aus steigt man auch nach oben, was eine gewisse Gelenkigkeit erfordert. Geöffnet ist das Dach schnell, das Schließen erfordert eine Abfolge von Handgrifffen in der richtigen Reihenfolge, damit sich der Dachbalg nicht verklemmt. Den hält ein Gummizug zusammen, aber es funktioniert nur, wenn man die Tür öffnet: Es muss nämlich eine Menge Luft entweichen können, damit sich der Stoff ordentlich zusammenlegt.

          Neugierig waren wir auf die Einzelbetten: Sie bieten zwei Menschen deutlich mehr Platz als das im T5 übliche 1,15-Meter-Bett, auch wenn sie nicht breiter als gut 60 Zentimeter sind. Aber man hat den Abstand zwischen ihnen als Bewegungsraum, und das ist sehr angenehm. Ein Mittelpolster kann auf Wunsch die beiden Betten verbinden. Die Sitze der zweiten Reihe werden so umgelegt, dass die ebene Rückseite nach oben kommt. Auf der liegt man bequemer als auf ausgeformten Polstern. Die gedrehten Fahrerhaussitze werden für die 1,90 und 2 Meter langen Liegeflächen ebenfalls gebraucht, ihre unebene Sitzfläche gleicht ein Keil aus, den sich kleinere Menschen auf den Rücksitzen unterwegs gern ins Kreuz schieben, denn hinten sind die Sitzflächen ungewöhnlich tief.

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