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: Volvo ist ein schönes Stück Schweden

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Volvo ist schwedisch und der Name ist latein: "Ich rolle" wurde zum Sinnbild beinahe unsterblicher Mobilität: "Sicherheit aus Schwedenstahl" war und ist gefragt. Langlebigkeit verbindet man noch heute mit Volvo, ebenso Qualität.

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          Von Boris Schmidt

          Volvo ist schwedisch und der Name ist latein: "Ich rolle" wurde zum Sinnbild beinahe unsterblicher Mobilität: "Sicherheit aus Schwedenstahl" war und ist gefragt. Langlebigkeit verbindet man noch heute mit Volvo, ebenso Qualität. Beinahe könnte man meinen, Assar Gabrielsson und Gustaf Larson, die Gründer des skandinavischen Unternehmens, ahnten schon 1927 etwas von dem heutigen Image, als sie ihr Kind Volvo tauften.

          Zwar befindet sich die Marke im Umbruch, doch sollte ihre große Modellhistorie nicht übersehen werden. Ende der zwanziger Jahre wollte man ein Stück Schweden schaffen, als Volvo zunächst noch mit Unterstützung des Kugellagerherstellers SKF entstand. Sieben Jahre später, trotz wirschaftlich und politisch bewegter Zeiten konnte sich das junge Unternehmen von dessen Einfluß frei machen. Zaghaft wurde noch vor dem Krieg mit dem Export ins europäische Ausland und nach Südamerika begonnen. Doch richtig auf dem Weltmarkt etablierten sich die Schweden erst nach 1945. Der 1944 vorgestellte Buckel-Volvo, offiziell hieß er PV 444/544, und sein Nachfolger Amazon (P120) waren die Erfolgsgaranten in den fünfziger und sechziger Jahren. Damals gelang es, in den Vereinigten Staaten Fuß zu fassen. Lange Jahre war man der erfolgreichste Importeur in Amerika.

          Auf deutschen Straßen rollen erst seit 1958 Volvo, als man sich zur Gründung einer Importeursgesellschaft entschloß. Nach und nach fanden Modelle wie der Amazon und das Coupe P 1800, für das Roger Moore alias Simon Templar in einer Fernsehserie so vortrefflich Werbung machte, auch hier ihre Freunde. Der im Sommer 1966 vorgestellte Amazon-Nachfolger 140 bereitete dann den Durchbruch auf dem deutschen Markt.

          Die Werbeslogans jener Zeit haben viele Ältere immer noch in ihren Köpfen. Kaum eine Marke wird so sehr mit passiver Sicherheit in Verbindung gebracht. Verbundglas-Frontscheiben hatten alle Volvos schon seit 1944. Später waren die Schweden der erste Autohersteller überhaupt, der 1959 die Modelle P 120 und PV 544 mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten ausrüstete. Daß der Sicherheitsgurt schließlich so schnell selbstverständlich wurde, ist zu großen Teilen ein Verdienst der Schweden. 1967 wurde nach einer Analyse von 28000 Unfällen nachgewiesen, daß mit dem Angurten das Verletzungsrisiko um 50 bis 60 Prozent vermindert werden kann. Keck warb Volvo in den neunziger Jahren: "So kann man ohne Übertreibung sagen: In jedem Automobil steckt auch ein bißchen Volvo."

          Der Volvo, der bis heute den Geist der Marke verkörpert wie kein anderer, kam im Sommer 1974 - also vor genau 30 Jahren - auf den Markt: die 240/260er Baureihe. Mit dem Auto, so charmant wie ein Brotkasten, setzte man noch mehr auf passive Sicherheit. Funktion ging eben über alles. Der Dauerläufer setzte sich langsam, aber sicher durch: 19 Jahre lang, bis 1993 gebaut, ist er mit 2,8 Millionen Exemplaren der meistgebaute Volvo aller Zeiten. Unglaublich, aber wahr: Der Produktion erreichte im zehnten Jahr ihren Zenit.

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