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Frank-Holger Appel (hap.)

Elektroautos : Die Basis

  • -Aktualisiert am

VW-Chef Herbert Diess zieht seit Neuestem mit der Botschaft durchs Land, der Betrieb eines Elektroautos werde bald günstiger sein als der eines Modells mit Verbrennungsmotor. Bild: dpa

Der für 2025 angekündigte Kleinwagen von VW führt vor Augen: Elektroautos werden auch in vier Jahren noch viel teurer sein. Ob das gut geht?

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          Volkswagen hat auf der IAA sein neues Einstiegsmodell für das gerade anbrechende Zeitalter der Elektroautos vorgestellt. Das ist deshalb von herausragender Bedeutung, weil es vor Augen führt, was auf Käufer, auf die Gesellschaft zukommt. VW-Chef Herbert Diess zieht zwar seit Neuestem mit der Botschaft durchs Land, der Betrieb eines Elektroautos werde bald günstiger sein als der eines Modells mit Verbrennungsmotor.

          Aber zunächst zeigen die Zeichen etwas anderes. Der später auf den Namen ID.2 oder ID.1 hörende Kompaktwagen soll im Jahr 2025 auf den Markt kommen. Avisiert ist eine Kaufpreisspanne zwischen 20.000 und 25.000 Euro. Entweder der Hersteller hat sich an das süße Gift der Subvention gewöhnt und preist den staatlichen Zuschuss zugunsten der eigenen Marge ein. Dann würde der Anschaffungspreis um 6000 bis 9000 Euro gedrückt, für Kunden in erträgliche Regionen gelangen – und ein Beweis für die verzerrende Wirkung von Subventionen sein. Oder die Herstellkosten sind in vier Jahren wirklich noch so hoch. Aus der Branche heißt es, das mooresche Gesetz greife hier bislang nicht. Die Produktion eines Antriebsstrangs mit Akku sei derzeit etwa viermal so teuer wie die eines mit Verbrennungsmotors. In zehn Jahren sei mit einer Halbierung zu rechnen, dann sei der Akkuantrieb noch doppelt so teuer.

          Weil die Politik aber den Verbrennungsmotor in all seinen Facetten immer teurer macht, werden sich Kosten, und wohl auch Preise, über die Zeit annähern. Nur eben auf höherem Niveau. Einen VW Up mit Benzinmotor gibt es heutzutage von 14.000 Euro an, einen Polo ab 16.000 Euro. In Frankreich sind die Menschen vor nicht allzu langer Zeit wegen zehn Cent Benzinpreiserhöhung mit gelben Westen auf die Straßen gegangen.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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