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Visuelle Effekte im Film : 318 Milliarden Pixel für Hugo und den Oscar

Bild: Pixomondo

Pixomondo hat die visuellen Effekte für den Oscar-Gewinner „Hugo Cabret“ erstellt. Hinter der kreativen Arbeit steckt ein digitales Netzwerk mit Datenbanksystem.

          Heute sehen die Zuschauer Dinge im Kino, die es nicht gibt, aber so aussehen, als gäbe es sie: Nach mehr als 100 Jahren Kinogeschichte sind visuelle Effekte mittlerweile so perfekt, dass sich Realität und Fiktion nicht mehr unterscheiden lassen. Kinogänger erleben im Film, wie Los Angeles nach einem Erdbeben vom Meer verschluckt wird. Sie sehen in „Inception“, wie sich Straßenzüge gen Himmel wölben. Und sie bewegen sich in „Hugo Cabret“ durch das Paris der dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die perfekte Illusion ist erst durch die digitale Technik der heutigen Zeit möglich. Und jetzt auch noch in der dritten Dimension.

          Der aktuelle Film von Martin Scorsese zeigt dies auf wunderbare Weise. „Hugo Cabret“ hat den Oscar in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ gewonnen. Auch in Frankfurt war der Jubel groß, die Mitarbeiter von Pixomondo haben „ihren“ Oscar gefeiert. Das Unternehmen hat die visuellen Effekte angefertigt. Pixomondo hat Standorte unter anderem in Los Angeles, London, Peking oder Toronto. Rund 670 Mitarbeiter bilden in fünf Ländern auf drei Kontinenten eine Mannschaft.

          Das Unternehmen konnte die visuellen Effekte für den Film nur mit Hilfe eines effizienten Netzwerks rechtzeitig herstellen. Die Arbeit wird über schnelle und breite Datenkanäle und der Software Aspera auf alle Standorte verteilt. In Frankfurt haben zirka 40 Köpfe maßgeblich an „Hugo Cabret“ mitgewirkt. Hier sitzen die Spezialisten für die Charakter-Animation: Wenn sich der kleine Hugo in einen Roboter verwandeln und sich in einem Stahlskelett durch den Film bewegen sollte, war der Frankfurter Standort gefragt, weil man sich dort auf die Animation von Figuren spezialisiert hat. Unter den Computer-Künstlern sind einige Autodidakten, viele haben aber an einer Fachhochschule Medien-, Kommunikations- oder Grafikdesign studiert.

          854 Einstellungen auf elf Standorte verteilt

          Der Produktionsprozess startet und endet an den Rechnern in Deutschland. Alle Filmeinstellungen, die mit visuellen Effekten vervollständigt werden müssen, speist ein Pixomondo-Mitarbeiter in Hollywood direkt in ein zentrales Datenbanksystem ein. Beim Versenden der Daten legt er fest, welcher Standort welche Einstellungen bekommen und bearbeiten soll. Da Scorsese den Film digital produziert hat, liegen die Filmschnipsel schon in einem Dateiformat vor. Die Digitalisierung einer klassischen Filmrolle ist nicht nötig. Insgesamt 854 Einstellungen wurden auf die elf Standorte verteilt. Pixomondo setzt für sein Datenbanksystem als Grundlage die Standardsoftware „Shotgun“ ein. Zehn Programmierer kümmern sich täglich um das System und passen es den Bedürfnissen Pixomondos an.

          Während der Produktionsphase sieht der Alltag der Kreativen so aus: Der Mitarbeiter öffnet das Datenbanksystem, macht einen Doppelklick auf eine Einstellung, und die entsprechende Spezialsoftware öffnet sich. Mehrere Menschen arbeiten an einer Einstellung parallel, wie dieses Beispiel zeigt: In einer Szene, so wie sie die Zuschauer im Kino sehen werden, verwandelt sich der kleine Junge in einen Roboter. Die Metamorphose wird komplett mit Hilfe des Computers hergestellt. Technische Grundlage für den Einsatz solcher visuellen Effekte ist das Greenscreen-Verfahren. Am Filmset wird alles in einem bestimmten Grün gehalten, was im Nachhinein am Computer ersetzt werden soll. Das können die Beine eines Schauspielers, der Horizont einer Landschaftsaufnahme oder der Hintergrund eines Zimmers sein. Regisseur Scorsese und seine Crew stellen dafür das Rohmaterial her. So wurde beispielsweise der junge Schauspieler in einem grünen Gewand in einem Raum gefilmt.

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