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Tech-Talk : Verführt

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Was es nicht alles fürs E-Bike gibt! Das meiste ist nicht verkehrt und sinnvoll. Belustigend wird es, wenn ein Fahrradsattel „für Pendler und E-Bike-Fahrer“ annonciert, ganz ernsthaft als solcher betrachtet wird.

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          Was es nicht alles fürs E-Bike gibt! Dass die Industrie für die Anhängerkupplung des Autos Träger anbietet, die 60 Kilogramm von zwei Pedelecs verkraften, das hat schon seine Richtigkeit. Rucksäcke und Gepäcktaschen, die ein gepolstertes Fach haben, in das gängige Akkus passen, sind auch nicht verkehrt. Das weiß, wer schon einmal mit einem Akku im Gepäck gestürzt ist. Dass ein Fahrradhelm mehr Sicherheit bei höherer Geschwindigkeit verspricht, ist ohne Frage. Ob die Energiespeicher im Winter ein Mäntelchen brauchen, lässt sich verschieden beurteilen.

          Was eine papierene Fahrradkarte fürs E-Bike geeignet machen soll, wenn sie weder Ladestationen verzeichnet noch Routen unterscheidet, die man mit einem S-Pedelec nicht nutzen darf, ist schon schwerer zu begreifen. Belustigend wird es, wenn ein Fahrradsattel wie der neue Cambium C67, von Brooks „für Pendler und E-Bike-Fahrer“ annonciert, ganz ernsthaft als solcher betrachtet wird. Nichts gegen Naturkautschuk als pflegeleichtes Material, kein Wort von der Diskriminierung der E-Bike-Fahrerinnen, keine Witzeleien über mögliche Besonderheiten des Allerwertesten. Eine Wölbung der Hinterkante des Sattels soll verhindern, dass Fahrer*innen von der enormen Beschleunigung des E-Bikes aus ihm gefegt werden, was offenbar ständig geschieht. Aber auch der C67 wird kaum etwas daran ändern, dass viele auf dem Sattel leiden. Auch er wird passen oder nicht – und das sogar auf gewöhnlichen Rädern.

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