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Verbrennungsmotor : Jahrhundertbrücke

  • -Aktualisiert am

Schlägt die unter gravierendem Veränderungsdruck stehende Industrie selbst neue Töne an, ist Aufmerksamkeit geboten. Jüngstes Beispiel ist ein Satz des VDA-Präsidenten Matthias Wissmann.

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          Schlägt die unter gravierendem Veränderungsdruck stehende Industrie selbst neue Töne an, ist Aufmerksamkeit geboten. Die höchste automobile Instanz lobbyistischer Interessensvertretung ist jetzt mit einem bemerkenswerten Satz an die Öffentlichkeit getreten: „Auf dem Weg zur Elektromobilität ist der Verbrennungsmotor als Brücke unverzichtbar“, sagt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Seinen Appell richtet er an die Politik, besser gesagt an gewisse Strömungen dortselbst, die das benzin- und vor allem dieselgetriebene Fahrzeug lieber heute als morgen einmotten würden. Dass dies unmöglich ist, soll die Wirtschaft der Welt nicht zum Erliegen kommen, dürfte natürlich jedem klar sein.

          Aber der VDA sieht sich offenbar bemüßigt, noch mal darauf hinzuweisen. Das an den Horizont gemalte Jahr 2030 jedenfalls dürfte noch nicht das Ende einer Ära sein, die meisten Fachleute erwarten, dass auch dann noch zwei Drittel der Neuwagen mit Verbrennungsmotor fahren werden. Heute liegt der Anteil von Elektrofahrzeugen unter einem Prozent. Aber die Zeitenwende scheint unumkehrbar ihren Lauf zu nehmen. Ob schließlich Elektroautos mit Batterien oder Brennstoffzellen ihren Siegeszug antreten, weiß noch niemand. Die Erfindung von Rudolf Diesel und Nicolaus Otto jedenfalls ist nach einem Jahrhundert 2016 zur Brückentechnik degradiert.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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