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Urheberrecht : Der neue Bilderklau

  • -Aktualisiert am

Die neue Bildersuche stößt auf Kritik. Urheber und die Websites, auf denen die Fotos ursprünglich veröffentlicht wurden, gehen leer aus.

          1 Min.

          Einige hundert Abmahnanwälte mahnen in Deutschland Jahr für Jahr mehr als 100.000 Menschen wegen angeblicher Urheberrechtsverletzungen ab. Mit einer geplanten weiteren Änderung des Telemediengesetzes soll dieses Unwesen rund um die Stichworte Störerhaftung und W-Lan-Hotspot eingedämmt werden, hofft die Bundesregierung. Vielleicht, weil auf die im Urheberrecht versierten Anwälte nun eine Herausforderung wartet, die größer kaum sein könnte: eine massive Verletzung des geistigen Eigentums, wie man sie bislang noch nicht gesehen hat. Der Täter verleibt sich Fotos aus allen nur denkbaren Quellen ein und tut so, als ob der Inhalt von ihm selbst bereitgestellt wird. Fotos lassen sich auf der betreffenden Seite in Originalgröße darstellen und mit einer Teilen-Schaltfläche an Facebook, Twitter und andere Dienste weitergeben.

          Die Urheber und die Websites, auf denen die Fotos ursprünglich veröffentlicht wurden, gehen leer aus. Ihre Seiten muss man nicht mehr besuchen, folglich fallen ob dieses Klick-Diebstahls auch eventuelle Werbeeinnahmen durch Anzeigen weg. Dieser Diebstahl geistigen Eigentums hat professionelle Bildanbieter, Journalistenverbände, Illustratoren, Designer und viele Fotografenverbände auf den Plan gerufen. Sie fordern nun den Täter mit einem höflichen Brief zum Einlenken auf. Dass Google mit seiner neuen Bildersuche auf die Kritik reagiert und sich auf Recht und Gesetz besinnt, darf man jedoch getrost bezweifeln.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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