https://www.faz.net/-gy9-9wcib

Tech-Talk : Uhrängste

  • -Aktualisiert am

In sechseinhalb Wochen werden die Uhren umgestellt. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass es in der Woche nach dem Wechsel zur Sommerzeit zu deutlich mehr Unfällen kam als in der Woche davor und danach.

          1 Min.

          In sechseinhalb Wochen ist es wieder so weit: Die Uhren werden umgestellt. Man wacht sonntags gefühlt um neun auf, dabei es ist schon zehn. Ergo ist es abends länger hell und morgens wieder dunkler. Seitdem es die Sommerzeit wieder gibt – neu belebt wurde sie in der Bundesrepublik und der DDR 1980 –, ebbt der Streit um Sinn oder Unsinn der Maßnahme nicht ab. Die einen wollen immer die Sommerzeit, die anderen immer die Winterzeit, die ja eigentlich die Normalzeit ist.

          Dass es Vorteile hat, das Sonnenlicht mit der Sommerzeit besser auszunutzen, ist unbestritten; in den beiden Weltkriegen hat man die Maßnahme erstmals vollzogen, und 1947 gab es im Hochsommer sogar zwei Stunden Zeitdifferenz. Dass heute darauf noch keiner gekommen ist. Ohne Frage ist die Diskussion um das Hin und Her seit 40 Jahren ein Ärgernis, als hätten wir nicht genügend andere Probleme. Das zweimalige Umstellen im Jahr ist wohl für viele zu viel verlangt. Und immer wieder werden Studien vorgelegt, die von negativen Auswirkungen berichten.

          Jetzt melden sich amerikanische Forscher zu Wort, die mehr als 730.000 tödliche Verkehrsunfälle im Zeitraum von 1996 bis 2017 analysiert haben. Sie stellen fest, dass es in der Woche nach dem Wechsel zur Sommerzeit zu deutlich mehr Unfällen kam als in der Woche davor und danach. Im Schnitt steige das Risiko eines tödlichen Unfalls in jener Woche um sechs Prozent. Dies entspreche 28 tödlichen Unfällen pro Jahr infolge der Zeitumstellung.

          Auf Deutschland kann man das gewiss nicht einfach übertragen. Wer die Sommerzeit auch im Winter haben will, muss wissen, dass es dann im Dezember und Januar erst um neun richtig hell wird. Wollen wir das? Falls ja, dann bitte den Schulanfang generell auf neun Uhr setzen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Autos zum Erleben

          Fahrbericht Renault Captur : Autos zum Erleben

          Der erfolgsverwöhnte Renault Captur wächst und ändert seinen Stil. Er fährt in eine neue Dimension moderner Frische. Leider leidet die Sicht. Und der Fahrkomfort gibt uns Rätsel auf.

          Durchstarten in 4000 Höhenmetern Video-Seite öffnen

          An Bord beim Airbus-Abnahmeflug : Durchstarten in 4000 Höhenmetern

          Bevor die Lufthansa ein neues Flugzeug in Dienst stellt, wird es penibel überprüft und in Extremsituationen gebracht. F.A.Z.-Redakteur Holger Appel hat den Abnahmeflug im jüngsten Airbus A 350 mit der Kamera begleitet und waghalsige Flugmanöver erlebt.

          Topmeldungen

          Trump redet Corona klein : Welche Gefahr?

          Während Amerika mit mehr als 50.000 Neuinfektionen am Tag einen neuen traurigen Rekord aufstellt, feiert der Präsident die relativ guten Arbeitsmarktzahlen. Gesundheitsexperten warnen indes mit Blick auf den Nationalfeiertag am 4. Juli vor einem Sturm, der sich zusammenbraue.
          Sigmar Gabriel, ehemaliger Parteivorsitzender der SPD

          Gabriels Job bei Tönnies : Die Kunst des Ausschlachtens

          Der frühere Außenminister nennt die Kritik aus der SPD „neunmalklug“. 10.000 Euro im Monat, die er von Tönnies erhielt, seien in der Branche kein besonders hohes Honorar. Doch das Engagement von Sigmar Gabriel für den Fleischfabrikanten wirft einige Fragen auf.
          Durchnässt und ohne den erhofften Erfolg: Bremens Trainer Florian Kohfeldt beim Relegations-Hinspiel

          Enttäuschung in der Relegation : Bremen steht im Regen

          Gegen den Zweitligaklub 1. FC Heidenheim findet Werder im Hinspiel der Relegation kein Erfolgsrezept. Im alles entscheidenden Rückspiel droht dem Bundesliga-Traditionsverein nun ein Debakel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.