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Tech-Talk : Überlastung

Nun haben sie auch noch die PLEV auf dem Hals. Kein Wunder, dass den Radlern dieser immer dicker wird: Tretroller mit Elektroantrieb.

          Nun haben sie auch noch die PLEV auf dem Hals, kein Wunder, dass den Radlern dieser immer dicker wird: Personal Light Electric Vehicles, diese mal mehr, mal weniger ernst zu nehmenden Tretroller mit Elektroantrieb zum Beispiel, kurz gesagt vor allem innerstädtische Kurzstrecken- oder neudeutsch Mikromobilität ohne im Betrieb zu befürchtenden Schadstoffausstoß soll noch in diesem Frühjahr reguliert und rechtlich zulässig werden.

          Grundregeln: Versicherungsplakette, aber keine Helmpflicht, maximal 20 km/h, ein Mindestalter für Jugendliche, ab 12 km/h Radwegbenutzungspflicht, es sei denn, Gehsteige seien mit einem neuen Schild „Elektrokleinstfahrzeuge frei“ erlaubt, das sind knapp umrissen die von Verkehrsminister Scheuer abgezeichneten Eckpunkte einer neuen Verordnung. Ein markiges „Ja, aber“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) konnte nicht ausbleiben: Ja, natürlich wäre es bloß vernünftig, wenn für die vielen, vielen Kürzest-Strecken das Auto in der Garage bliebe. (40 Millionen Mal am Tag, sagt der ADFC, werden in Deutschland Autos weniger als zwei Kilometer weit bewegt.)

          Genauso ist ein Tretroller – mit und ohne Motor – das schlichtweg konkurrenzlose Verkehrsmittel für die letzte Meile in der Stadt und am Stau vorbei oder auf ausgedehnten Messegeländen. Die Idee, elektrische Tretroller nun auf die Radwege zu schicken, ist die politisch bequemste Lösung, jedoch sachlich völlig unbefriedigend: Schon heute genügen der Umfang, vor allem aber auch der Zustand unserer Radverkehrsanlagen nicht den Anforderungen von etwa 70 Millionen Fahrrädern und täglich mehr werdenden Pedelecs. „Die Hälfte der Fahrbahn für saubere Zweiradmobilität“ ist allerdings eine Utopie bleibende Forderung des ADFC. Dass vor allem die Städte mutig den knappen Platz umverteilen müssen, ist allen Verkehrsplanern längst klar. Nur sind die Politiker zu feige dazu.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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