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Schlusslicht : Trautes Heim

Dem autofahrenden Flachlandbewohner sind verschneite Straßen fremd geworden. Bild: dpa

Ob Schneefall, Sturm oder Virus – in diesen bewegten Zeiten bleibt man am besten zuhause. Dort lässt sich auch trefflich arbeiten – unter einer Voraussetzung.

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          Auch wenn die Bergstämme im Schwarzwald das kaum glauben mögen: Dem autofahrenden Flachlandbewohner sind verschneite Straßen fremd geworden. Kaum fallen ein paar Flocken, geht nichts mehr. Nein, wir reden jetzt nicht vom Klimawandel. Aber von Ignoranten, die mit Sommerreifen unterwegs sind und dann an der leisesten Steigung querstehen. Und vom Frontantrieb, der, wenn’s etwas steiler hochgeht, hoffnungslos überfordert ist. So kommt es, dass wir am Ascherdonnerstag die 20 Kilometer von der Arbeit nach Hause zu Fuß schneller bewältigt hätten. Während des stundenlangen Wartens im Tesla, bis die anderen mit Muskelkraft beiseite geschoben sind, reift ein Gedanke: Bei solche einem Wetter dürften nur Allradler unterwegs sein.

          Lukas Weber
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Durch das Wetter lassen sich die Karnevalisten traditionell nicht von der Narretei abhalten, Sturm und Regen halten aber nur Motivwagen stand, die solide genug gebaut sind. Die Angst vor dem Virus, das Massenveranstaltungen liebt, kommt hinterher, da hilft es auch nichts, die Faschingsmaske gegen die Atemschutzmaske zu tauschen. Es gibt ohnehin keine mehr. Abgesagte Messen, Fußballspiele vor leeren Rängen – die Menschenaufläufe werden offensichtlich weniger. Voll sind statt dessen die Tiefkühltruhen, die Leute hamstern, man kann ja nie wissen, was dem Staat noch einfällt, um sie zu schützen. Jetzt müssten sie nur noch einsehen, dass man sich nicht in Arztpraxen zwischen hustende und schniefende Menschen setzt.

          Ob Wintereinbruch oder Virenangst – am besten bleibt man in diesen Zeiten zuhause. Von dort aus lässt es sich ja auch trefflich arbeiten. Davon müssen wir jetzt nur noch den Chef überzeugen.

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