https://www.faz.net/aktuell/technik-motor/teure-energie-strompreise-steigen-und-steigen-17784124.html
Frank-Holger Appel (hap.)

Energiewende : Stromflation

  • -Aktualisiert am

Die künftige Währung in der bundeseigenen Welt der Energieversorgung wird Strom heißen. Bild: dpa

Wer einen neuen Stromvertrag abschließen muss, den trifft der Schlag. Die Preise steigen und steigen. Und der Politik fällt nichts anderes ein als Vollgas zum Elektroauto.

          1 Min.

          Obgleich Deutschland die Atomkraftwerke abschaltet und auf Kohle verzichten will, wird die künftige Währung in der bundeseigenen Welt der Energieversorgung Strom heißen. Er wird eine immer größere Rolle spielen, und da sei nicht nur an das Automobil gedacht. Aber auch. Der Bedarf wird also eher zunehmen denn sinken, es wäre mithin von Vorteil, die Kosten blieben in einem Rahmen, den die Menschen ertragen können.

          Jene Menschen, die sich Preissteigerungen von Rohstoffen zum Bauen über Handwerkerleistungen bis hin zu Ski oder Fahrrädern ausgesetzt sehen, die sich gewaschen haben und mit denen die Lohnerhöhungen nicht mal im Ansatz Schritt halten. Wie solch ein Rahmen aussieht, lernen all jene auf ernüchternde Art, die einen neuen Stromversorger suchen oder suchen müssen.

          Einige Beispiele: Im November hat der Anbieter Vattenfall einen Vertrag zu 27 Cent je kWh Haushaltsstrom abgeschlossen, heute verlangt er 42 Cent. Der Münchner Versorger Montana verdoppelt dieser Tage seinen Tarif in auslaufenden Verträgen auf 46 Cent. Jeweils zuzüglich Grundgebühr, versteht sich. Und da muss der Verbraucher noch froh sein, denn die Stadtwerke München bieten „aufgrund der stark gestiegenen Beschaffungspreise zum aktuellen Zeitpunkt keine Stromtarife an“, was gerade von einem Stadtwerk als unverfroren empfunden werden darf. Auch die Frankfurter Mainova bietet derzeit online keine Tarife an, der Kunde in spe muss auf ein individuelles Gespräch hoffen.

          Selbst schuld, niemand war gezwungen, einen günstigeren Versorger auf Zeit zu wählen, heißt es bisweilen. Ja eben, soll doch wer weiß was das zarte Pflänzchen Wettbewerb hegen. Außerdem kosten Diesel, Heizöl, Benzin, Gas und Pellets auch mehr. So leicht kann man es sich machen. Oder der Wahrheit ins Auge sehen. Die Menschen laufen in die Energiepreisfalle, und die Politik weiß keine andere Antwort als Vollstrom zum Elektroauto. Das wird teuer.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Weitere Themen

          Mühles Mission

          Titanuhr : Mühles Mission

          Aus dem Müglitztal kommt eine neue Titanuhr, die auch für Abenteuer auf hoher See taugt. Die robuste Instrumentenuhr aus Edelstahl hält bis 100 Bar dicht.

          Der Wankelmut ist zurück

          Mazda MX-30 R-EV : Der Wankelmut ist zurück

          Mazda zählt zum Fanclub des Wankelmotors. Der kommt nun wieder zum Einsatz, als Generatorantrieb für die Elektromaschine im MX-30. So entsteht, wenn man so will, ein Plug-in-Hybrid verkehrt herum.

          Topmeldungen

          Unterschiedliche Blicke auf den Binnenmarkt: EU Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager und EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton

          30 Jahre EU-Binnenmarkt : Groß gefeiert, nichts dahinter

          Der Binnenmarkt hat den Bürgern der EU einzigartigen Wohlstand beschert. Und er hat sein Potential noch nicht ausgeschöpft. Doch statt es zu heben, betreibt die EU-Kommission Industriepolitik. Das geht besser.

          Kampfpanzer für die Ukraine : Leoparden auf dem Sprung

          14 Leopard-Panzer liefert Deutschland an die Ukraine. Was macht den Leopard 2 besonders und wie schlägt er sich gegen die russischen Modelle? Ein Überblick in Grafiken.

          Nach 0:2 gegen Union : Hertha trennt sich von Fredi Bobic

          Keine drei Stunden hat es gedauert: Nach der 0:2-Niederlage im Stadtderby gegen Union gibt Hertha BSC die Trennung von Geschäftsführer Fredi Bobic bekannt. Die Krise beim Hauptstadtklub verschärft sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.