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Tesla mit Anhänger : Abgehängt

  • -Aktualisiert am

Das Model X kommt mit einer Anhängerkupplung, es ist ja schließlich ein SUV. Bei seinem Debüt in den Vereinigten Staaten zog dieses Model einen Airstream-Wohnwagen mit auf die Bühne.

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          Tesla hat das Elektroauto salonfähig gemacht. Das hat sogar Daimler-Chef Zetsche unlängst in einem Interview gesagt und sich dafür bedankt, dass Tesla die Elektromobilität vom „Müsli-Image“ befreit habe. Aber auch Tesla kann nicht zaubern. Es gibt Dinge, die gehen einfach nicht. Gewiss, das Model S (eine Limousine) und das Model X (ein SUV) fahren sich fast wie gewöhnliche Autos. Dank der hohen Reichweite und den etlichen Tesla-Ladestationen an ausgewählten Fernstrecken in Europa sind sogar ausgedehnte Urlaubsreisen machbar, etwas Planung vorausgesetzt.

          Nun kommt das Model X auch mit einer Anhängerkupplung, es ist ja schließlich ein SUV. Bei seinem Debüt in den Vereinigten Staaten zog dieses Model einen Airstream-Wohnwagen mit auf die Bühne. Das schürt die Erwartung. 1000 Euro kostet die Kupplung, je nach Radgröße dürfen bis zu 2,2 Tonnen an den Haken. Wie sich das Elektro-SUV mit einem Wohnwagen im Schlepp schlägt, ist eine spannende Frage. Wir stellten sie, und Tesla versprach, sie zu beantworten. Es sollte der Redaktion ein Model X mit Anhängerkupplung zur Verfügung gestellt werden. Prima. Das wird bestimmt eine tolle Geschichte, freuten wir uns. Leider wurde die Zusage dann mit einer ungewöhnlichen Begründung (der Testwagen habe Sitze, die so nicht mehr verbaut würden) zurückgezogen. Da hat wohl jemand bei Tesla Deutschland Angst vor der eigenen Courage, dachten wir.

          Mitnichten, heißt es bei Tesla Deutschland. Der Termin sei wirklich nur verschoben, man habe keine Angst vor negativen Berichten, was die Reichweite mit Anhänger betreffe. Falls doch, könnten wir das verstehen: In Amerika ist ein Model-X-Fahrer mit Wohnwagen 1003 Meilen gefahren, er hat dabei elf Mal geladen, also im Schnitt alle 146 Kilometer. Wir waren von einer Halbierung der Reichweite ausgegangen, dass also 250 Kilometer verbleiben. Wir sind gespannt, wann Tesla so weit ist. Immerhin ist das Ladestationen-Netz so dicht, dass man normalerweise keine Probleme unterwegs bekommt. Nur dass der Wohnwagen wohl jedes Mal abgekoppelt werden muss, könnte lästig werden.

          Boris Schmidt
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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