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Tesla Model X : Auf den Schwingen des Falken

  • -Aktualisiert am

Das Model X von Tesla soll 2013 den endgültigen Aufschwung für die E-Auto-Pioniere bringen Bild: REUTERS

Das Model X ist praktisch wie ein Minivan, nobel wie ein SUV und elektrisch wie ein Tesla. In zwei Jahren wäre das Auto für geschätzte 70.000 Euro zu haben.

          Der Mann ist vielleicht Visionär, aber kein Träumer: Tesla-Chef Elon Musk weiß, dass er die Autowelt mit einem sauberen Antrieb allein nicht aus den Angeln heben kann. "Wenn wir mit dem Elektroauto Erfolg haben wollen, dann reicht es nicht, nur so gut wie die anderen zu sein, sondern wir müssen besser sein." Mit diesem Anspruch hat Musk vor sechs Jahren den Tesla Roadster auf den Weg gebracht, eine elektrische Revolution in Gang gesetzt und sein Start-up-Unternehmen aus dem Silicon Valley zu einem angesehenen Partner von Weltkonzernen wie Daimler oder Toyota gemacht.

          Doch das war nur der Anfang. Denn nur knapp 3000 Roadster - die Produktion ist jetzt ausgelaufen - dürften kaum ausreichen, um die Welt zu verändern. Und auch die Limousine Model S, die in Amerika im Juni 2012 und in Europa 2013 in den Handel kommt, ist nur ein Zwischenschritt. Die großen Hoffnungen des charismatischen Weltverbesserers liegen stattdessen auf dem Model X, das Musk vergangene Woche bei einer Premierenparty vor rund 1000 Gästen in Los Angeles enthüllt hat.

          Natürlich kann man über das Design streiten, und das Heck dürfte viele verdächtig an Entgleisungen wie den BMW 5er GT oder den Audi Q7 erinnern Bilderstrecke

          Als Kreuzung zwischen Großraumlimousine und Geländewagen zielt es auf die beiden wichtigsten Segmente des amerikanischen Marktes. Wenn es in zwei Jahren zu einem geschätzten Preis von 70 000 Euro aufwärts in den Handel kommt, will es die etablierten Konkurrenten mit ihren eigenen Waffen schlagen: Das Prunkschiff aus der Fünf-Meter-Klasse ist praktischer als ein herkömmlicher Minivan, hat mehr Platz als jeder Geländewagen und sieht besser aus als ein normales Sport Utility Vehicle.

          Natürlich kann man über das Design streiten, und das Heck dürfte viele verdächtig an Entgleisungen wie den BMW 5er GT oder den Audi Q7 erinnern. Doch die Frontpartie ist ebenso eindrucksvoll wie elegant, und die hinteren Türen sind schlichtweg spektakulär: Wo sie bei einem normalen Van allenfalls zur Seite gleiten, schwingen sie hier nach oben auf wie an einem Mercedes-Benz SLS. Falconwing-Doors, Falkenschwingen-Türen, nennt Musk die beiden Portale, die den Weg ins Auto revolutionieren sollen. Fast aufrecht kann man jetzt einsteigen, und so kommt man sogar leidlich bequem in die dritte Sitzreihe. Dazu gibt es zwei Kofferräume, vorn und hinten. Jeder ist größer als das Gepäckabteil eines Q7. Wie schon im Modell S sucht das Cockpit-Design seinesgleichen. Nie waren die Grafiken der Instrumente brillanter, und nie war ein Touchscreen größer als in einem Tesla.

          Nur mit Prunk und Platz allein kann aber selbst ein Akku-Auto nicht punkten. Musk weiß, dass bei Elektroautos die Emotionen nicht zu kurz kommen dürfen. Deshalb schafft nicht nur der Tesla Roadster 200 km/h in der Spitze. Das Model X sei ein Sportwagen, verspricht Musk: "Mit 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt er schneller als ein Porsche 911."

          Technisch bedient sich das Model X weitgehend bei der S-Limousine. Es nutzt die gleiche Plattform mit dem Sandwichboden, in den genügend Akkus für bestenfalls mehr als 400 Kilometer Reichweite passen, und dürfte auch die 266 kW (362 PS) starke E-Maschine übernehmen. Auf Wunsch gibt es allerdings noch einen zweiten elektrischen Motor für die Vorderachse, der das Model X zum Allradler macht.

          Mit den Modellen S und X macht Tesla nicht nur den Schritt vom Nischenanbieter zum ernsthaften Gegenspieler für Marken wie Lexus, Infiniti und vielleicht irgendwann sogar mal Mercedes-Benz oder BMW. Sondern damit werden die Amerikaner endgültig zu einem echten Fahrzeughersteller. Denn der kleine Roadster war im Prinzip nur ein nachträglich elektrifizierter und modifizierter Lotus Elise. Dagegen sind Limousine (Verkaufspreis 57 400 Dollar) und Crossover komplette Eigenentwicklungen, die in einer eigenen Fabrik in Kalifornien gebaut werden. Die Wahl des Standortes hat durchaus einen gewissen Symbolcharakter für die Zeitenwende, die Musk heraufbeschwört. Denn dort, wo Tesla jetzt die ersten Autos für die Zukunft baut, liefen bis vor ein paar Jahren noch ziemlich konventionelle Toyota vom Band.

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