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Zahnbürste Oral B Pro 7000 : Bluetooth für weiße Zähne

Kampf dem Karies: Noch nie war Zähneputzen aufwendiger Bild: Hersteller

Was es nicht alles gibt: Die Oral B Pro 7000 ist die erste Zahnbürste mit Bluetooth, App und Smartphone-Anbindung. Ein Selbstversuch.

          Zähneputzen mit Bluetooth? Wie soll das funktionieren? Kluge Köpfe wissen, dass der Kurzstreckenfunk für Daten nach dem dänischen Wikingerkönig Harald Blauzahn benannt ist, der im 10. Jahrhundert Dänemark vereinte und christianisierte. Die Herkunft des königlichen Namens wiederum ist unklar. Dass sie sich auf die Farbe seiner Zähne bezog, gilt unter Historikern als unwahrscheinlich, wurde aber vor allem durch den schwedischen Schriftsteller Frans G. Bengtsson in seinem Roman „Die Abenteuer des Röde Orm“ weithin verbreitet.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Und nun gibt es die Zahnbürste mit Bluetooth, sie wurde im Februar auf der Mobilfunkmesse in Barcelona vorgestellt und ist jetzt im Handel. Die Braun „Oral B Black Pro 7000 Smart mit Bluetooth“ kostet in der von uns ausprobierten schwarzen Variante 280 Euro, die weiße ist mit empfohlenen 250 Euro etwas günstiger. Die Ausstattung ist üppig: Dazu gehören ein Aufbewahrungsbeutel für das Ladeteil, ein hochwertiges Reise-Etui und der Smartguide, ein Bediensatellit mit eigenständiger Batterie und LC-Anzeige, welche die Putzzeit, das gewählte Reinigungsprogramm und Hinweise zum Wechsel auf den nächsten Kieferquadranten zeigt.

          Kurzes Stottergeräusch

          Ein kurzes Stottergeräusch signalisiert den Wechsel auch am Handapparat. Neu ist der Smartguide nicht, im Vergleich mit älteren Oral-B-Systemen ist er kleiner geworden und sein Display von oben schlechter ablesbar. Dafür geben jetzt Belohnungs-Sternchen in der Anzeige eine Rückmeldung, ob man bei den letzten Reinigungsvorgängen lange genug Hand angelegt hat. Als reine Zahnbürste gefällt das Bluetooth-Modell. Wie die anderen Spitzengeräte von Oral B bietet der Apparat 8800 Seitwärtsbewegungen und 40.000 Pulsationen in der Minute und ist kompatibel mit allen Oral-B-Aufsteckbürsten.

          Es gibt eine Andruckkontrolle mit Warnung und automatischer Umschaltung auf einen anderen Putz-Modus. Fünf Reinigungsprogramme und ein weiteres für die Zungenreinigung lassen sich am Handapparat einstellen. Wir nutzten überwiegend das Standardprogramm und waren zufrieden. Erstaunlicherweise ist die Ladezeit des fest eingebauten Akkus, der induktiv auf einer Ladestation befüllt wird, deutlich länger geworden. Sie beträgt nun 24 Stunden und mehr. Und leider hält der Akku nur noch vier bis fünf Tage durch.

          Was bringt Bluetooth? Natürlich sollen Zahnbürste und Smartphone gekoppelt werden. Das funktioniert mit Apples iOS und demnächst auch unter Android, Voraussetzung, auf der Smartphone-Seite ist stets Bluetooth 4.0 mit dem Energie-Sparprofil Low Energy. Was geht danach mit der App? Man kann die Zeitdauer für den Timer ändern, der in der Standardeinstellung auf zwei Minuten eingestellt ist, sich an die zusätzliche Reinigung mit Zahnseide oder Mundspülung erinnern lassen und die Putzzeit für einzelne Quadranten hochsetzen. Letzteres wird vollmundig als „Personalisierung des Putzprofils“ bezeichnet.

          Wenn die App geöffnet ist, wird auf ihrem Bildschirm die verstrichene Zahnputzzeit angegeben – und im unteren Teil des Displays erscheinen Nachrichten. Die auf diese Weise erfassten Putzzeiten werden automatisch in einem Kalender hinterlegt. Ist die App geschlossen oder das Smartphone nicht in der Nähe, erfolgen weder Anzeige noch Auswertung. Im Pressetext heißt es, das Handstück speichere die Daten von bis zu 20 Putzvorgängen und übertrage sie bei nächster Gelegenheit zur App. Das funktionierte bei uns nicht, auch die manuell angestoßene Synchronisation zwischen Zahnbürste und Smartphone nach längerem Drücken der Modus-Taste blieb erfolglos.

          Da man so gut wie alle Einstellungen auch am Handstück oder mit dem Smartguide vornehmen kann, ist der Fortschritt gering. Die spielerischen Elemente und die zahlreichen Hinweise zur Mundhygiene mögen motivierend wirken. Benötigt man aber wirklich Balkendiagramme auf dem Smartphone, um zu sehen, dass man seine Zähne nicht lange genug bürstet? Auch von der reinen Putztechnik her bietet die Bluetooth-Anbindung keinen Vorteil, denn die Aufsteckbürste weiß nicht, welchen Zahn sie gerade säubert.

          Am Ende steht die Erkenntnis, dass der Hersteller Procter&Gamble aktuelle Trends rund um die Themen Smartphone, Apps und Vermessung des Selbst aufgegriffen und in eine geschickte Marketing-Kampagne überführt hat. Wer sich davon nicht anstecken lässt, wirft einen Blick auf die „Oral B Professional Care 7000 mit Smartguide“. Bei sonst identischer Ausstattung fehlt ihr nur das Bluetooth-Modul. Man spart damit die Hälfte, denn dieses Modell kostet nur 140 Euro.

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