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Tipps für die Umrüstung : Wie die analoge Modellbahn digital wird

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Freie Fahrt ins Digitale? Analoge Lokomotiven können umgerüstet werden. Bild: Peter Thomas

Von wegen altes Blech: Eine analoge Modellbahn lässt sich ins digitale Zeitalter überführen. Die Kosten der Umrüstung können allerdings den wirtschaftlichen Wert der Modelle übersteigen.

          Satt und schwer steht unsere gute alte V200 060 für die Modellbahn der Nenngröße H0 (Maßstab 1:87) auf ihren vier Radsätzen. Nach fast zwei Jahrzehnten staubsicher verpackter Ruhepause drehen wir vorsichtig den Regler des blauen Märklin-Transformators. Die Scheinwerfer glimmen auf, mit einem etwas rasselnden Fahrgeräusch setzt sich der Diesel-Gigant auf den M-Gleisen in Bewegung. Bald wird das Fahrverhalten flüssiger, der sanfte Takt der Fahrt über die Schienenstöße mischt sich mit dem Schnurren des Motors.

          Bei maximaler Fahrspannung von 16Volt Wechselstrom donnert die V 200 jetzt über die Tischplatte. Wird der Regler des Transformators hingegen im Stand bis hinter die Null-Stellung gedrückt, schickt der Stromwandler 24 Volt durchs Kabel. Das löst den Fahrtrichtungsumschalter in der Lok aus. Der etwas archaisch anmutende Vorgang hat einen ähnlichen Reiz wie das Fahren eines Nutzfahrzeug-Oldtimers.

          Der Unterschied zwischen dieser voll analogen Spielbahn und einer modernen, digital gesteuerten Modellbahn ist erheblich: Es gibt keine individuelle Ansteuerung einzelner Fahrzeuge, keine vorbildgerechte Beschleunigung und Verzögerung, erst recht keinen Einsatz digitaler Endgeräte als mobiler Führerstand und Stellwerk in einem. Und Weichen sowie Signale werden nicht elegant über die Stromversorgung des Gleises angesteuert, sondern über einen Wust aus blauen und braunen Litzen, der zu einer Batterie von Stellpulten führt.

          Einfach komplett austauschen würden wir die alte Bahn aber niemals gegen ein modernes Pendant. Bilderstrecke

          Einfach komplett austauschen würden wir die alte Bahn aber niemals gegen ein modernes Pendant. Dafür haben die elektromechanischen Miniaturen (die meisten stammen aus den 1970er und 1980er Jahren) einen viel zu großen nostalgischen Charme. Sollten wir die Anlage wieder in Betrieb nehmen, gälte es, diese historische Note auf jeden Fall zu erhalten. Aber wie wäre es, den kleinen Fuhrpark und seine Infrastruktur dennoch zu modernisieren? Der Blick auf jene Modelleisenbahner, die ihre Anlage mit entspannten Gesten auf dem Tablet-Computer steuern, macht ja doch ein bisschen neidisch.

          Für nahezu alle Elemente gibt es Dekoder

          Prinzipiell ist es kein Problem, ältere Loks von analogem Betrieb auf digitale Steuerung umzubauen. Das gilt sowohl für Zweileiter-Gleichstrom-Modellbahnen wie auch Märklins Mittelleiter-Wechselstrom-System. Bei den Zweileiter-Bahnen herrscht das in den 1980er Jahren von Lenz entwickelte Digital Command Control (DCC) vor. „Es dürfte nur sehr wenige Fahrzeuge geben, die aus Altersgründen für den Umbau nicht geeignet sind“, heißt es bei Lenz. Technisch sei eine Nachrüstung älterer Loks meist möglich, bestätigt auch Märklin.

          Voraussetzung ist, dass ein Dekoder in den Lokomotiven nachgerüstet wird. Dieser elektronische Baustein übernimmt die Aufgabe, den kontinuierlich anliegenden Fahrstrom entsprechend des individuellen Fahrbefehls an den jeweiligen Motor abzugeben. Das ist der zentrale Kniff bei der digitalen Mehrzugsteuerung. Dazu kommen je nach Lok noch ansteuerbare Funktionen wie Raucherzeuger, Ton und ferngesteuerte Kupplungen.

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